"Zuckerln" haben hohe Zinsen, klassische Sparbücher weniger

28. November 2006, 11:21
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Durch Sparangebote mit hohen Zinsen versuchen Banken Neukunden anzulocken. Traditionelle Sparbuch-Sparer haben dabei das Nachsehen

Wien - Banken buhlen um Kunden. Und zwar sowohl um Neukunden als auch um bestehende. Denn die Zahl jener Kunden, die willig sind, ihre Bank zu wechseln, nimmt zu.

Dieser Kampf um den Kunden kommt diesen genau recht, wenn Banken sich mit Lockangeboten überbieten. Die Bawag PSK führt derzeit mit einem Zinssatz von 3,75 Prozent für das Kapitalsparbuch mit einer Laufzeit von zwei Jahren das Rennen an. "Nimm zwei, zahl keins" lautet der Grundsatz, mit dem die BA-CA Kunden gewinnen will. Wer heuer noch ein Girokonto eröffnet und dabei ein zweijähriges Erfolgssparbuch mit zurzeit 2,875 Prozent Fixzins und einer Mindesteinlage von 30 Euro pro Quartal eröffnet, zahlt bis Ende September 2007 keine Kontogebühren.

Mickrige Zinsen

Die Arbeiterkammer (AK) bemängelt jedoch, dass - abgesehen von Lockangeboten - vor allem Großbanken eher mickrige Sparbuchzinsen von 0,125 Prozent anbieten. Und das trotz der vielen Zinserhöhungen in den vergangenen Monaten. Hohe Zinsen gebe es bei Direktbanken, aber gelegentlich auch "teurere Spesen", kritisiert die AK.

Mitte Oktober hat die Kammer für einen Vergleich 24 Banken unter die Lupe genommen. Bei täglich fälligen Sparbüchern der Filialbanken gibt es demnach jährlich Zinsen von 0,125 (BA-CA, BKS, Bawag, Erste Bank, Hypo Alpe-Adria, Hypo NÖ, PSK., Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Volksbank Wien) bis 2,75 Prozent (Verkehrskreditbank).

Direktbanken (keine Filialen, arbeiten übers Web) bieten bei täglich fälligen Sparkonten ohne Mindesteinlage 1,75 (easybank) bis 3,15 Prozent (Autobank). Direktbanken hätten zwar bessere Zinsen als Großbanken, aber oft höhere Spesen. So verrechnet etwa die Generali Bank 0,79 Euro für Barauszahlungen.

Generell gelte: je höher der angelegte Betrag und die Bindungsfrist, desto höher der Zinssatz. Für ein Sparbuch mit sechsmonatiger Bindung kann die Zinsbandbreite damit zwischen 0,375 und 2,5 Prozent ausmachen. Wer sein Sparbuch schließt, muss mit Schließungsspesen rechnen. Die Banken verlangen dafür zwischen null (Autobank, Denizbank, Österreichische Verkehrskreditbank, Sparda Wien, PSK, RLB NÖ-Wien, BA-CA, Bawag, WSK) und sieben Euro (Hypo Tirol).

Obacht ist auch vor Zinsfallen geboten: Wer etwa bei Sparbüchern mit Bindungsfrist während der Laufzeit Geld abhebt, muss "Strafzinsen" zahlen. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.11.2006)

  • Viele Zuckerln
und süße
Versprechungen
für
die Kunden
gibt es derzeit
seitens der
heimischen
Banken.
    foto: standard/andy urban

    Viele Zuckerln und süße Versprechungen für die Kunden gibt es derzeit seitens der heimischen Banken.

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