[dag] Gackerlsackerl

von Redaktion  |  03. November 2006, 19:57

Plakatwandheld ist ein Terrier-Hundserl - ein Kampagntscherl prägt das Stadtbild

Was wäre die Sprache der Bundeshauptstadt ohne die bagatellisierende Kraft seiner Endsilbe "erl"! Ohne das Vierterl (zu schmächtig für Alkohol). Ohne das Zigaretterl (zu zart für Ni- kotin). Ohne das Sekun- derl (zu kurz für eine Verzögerung). Ohne das Pantscherl (zu harmlos für eine Affäre).

Mit "erl" diplomiert sich der Wiener seine Leichtmütigkeit. Mit "erl" weicht er Unannehmlichkeiten aus und federt Grobheiten ab. Dank "erl" lassen sich die härtesten Brocken des Alltags auf die leichte Schulter nehmen, von wo sie einem bequem den Buckel runterrutschen können.

Als hätte die städtische Verniedlichungsfähigkeit noch eines letzten Beweises bedurft, läuft seit einigen Wochen ein Stadtbild prägendes Kampagntscherl mit tausenden Zetterln und Pickerln. Plakatwandheld ist ein Terrier-Hundserl mit großem Kopferl und kleinen Fußerl. Im Goscherl hält es ein Taferl mit der Botschaft: "Nimm ein Sackerl für mein Gackerl." (MA-Werbetexter hätte man werden sollen.)

Jedenfalls lässt sich anhand der Kampagne recht eindrucksvoll nachvollziehen, warum Hundebesitzer in Wien nicht auf die Idee kommen, den Dreck wirklich wegzuräumen. (Daniel Glattauer, DER STANDARD Printausgabe 4/5.11.2006)

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Der Post(ing)mann  
06.11.2006 18:18

Herr Glattauer! Danke für diesen Satz:

"...Dank "erl" lassen sich die härtesten Brocken des Alltags auf die leichte Schulter nehmen, von wo sie einem bequem den Buckel runterrutschen können..."

Österreich ich liebe Dir!

Güle, güle Hojaç Bey! 
04.11.2006 17:54
auch einprägsame Werbemöglichkeiten

ich bin´s-------dein Gackerl.
Haben wir nicht ausgemacht, immer Klar Schiff zu machen? Haben wir nicht gesagt, daß bei uns niemals die Scheisse am dampfen sein soll?
Und? Sag ehrlich: Hast du mich ins Sackerl gegeben?
---
Der Mann neben Ihnen hat das Gackerl nicht ins Sackerl gegeben!
Braucht er auch nicht, denn es war ja nicht von seinem Hunderl.
---
1001 Ausreden die nichts nützen:
"Ich hab das Gackerl nicht ins Sackerl geben können weil es mich plötzlich angeknurrt hat!"

"Der Hund hat das Gackerl vergraben, so daß ich es nicht mehr gefunden habe!"

"Ich hab irrtümlich das Gackerl aufs Sackerl gegeben. Können SIe es bitte für mich halten?"


Theo Dor
04.11.2006 13:31

ja, ja, der dagerl...

die katze
04.11.2006 12:49
hmmm

dag = super :)
aber: der spruch "nimm ein sackerl..." stammt nicht von einem MA-werbetexter. meines wissens ist dem Ganzen ja ein wettbewerb vorausgegangen, wo wiener bürgerInnen plakate entworfen haben.
glaub ich zumindest.

Silvianos
04.11.2006 16:01
vollkommen richtig

Das ganze war ein Wettbewerb, wo jeder hat teilnehmen können. Und wenn ich mich recht erinnere, wurde der Gewinner auch durch eine Online Abstimmung ermittelt. Somit ist der MA nichts anzukreiden - aber wenn mal will, findet man schon was ;)

StKw
04.11.2006 12:42
Warum die Hundsbesitzerl nichts wegräumen:

- weil nirgends kilometerweit solche Hundssackerlständerln aufgestellt sind.
- weil flüssige Scheiße sich schwer aufheben lässt
- weils dem Hercherl das Würschterl wirklich komplett egal ist
- weil es sowieso keine Strafen gibt, also wozu wegräumen, "gibt's ja den Hausmeister dazu"
- ...

oxyauranus Infos zum Powerposten
04.11.2006 10:20
lieber "dag"

was sollte denn die stadt wien ihrer meinung nach unternehmen. die meinung eines pseudo-intellektuellen möchtegern-literaten würde mich dazu schon sehr interessieren ;-)

Krisch 
05.11.2006 18:35
Die eigenen Gesetze auch vollziehen

wäre eine Möglichkeit! ( Kommt man drauf, wenn man sich nicht aufhalten muss, "pseudo-intellektuellen möchtegern-literaten" interessante Fragen zu stellen.) Politik-Kampagntscherl sind aber natürlich bequemer und noch zu wenig gebräuchlich. Wäre daher strikt für weitere Wiener Ideenwettbewerbe, die sich um Beachtung von Gesetzen in Wien kompetentest kümmern. Ideenwettbewerbsergebnisse zu beschließen ist ja schließlich Politik, die Kosten aus Steuermitteln zu zahlen, nur billiges Vergnügen an geistreichen Werbeideen und selten schönen Sprachperlen für begeisterte Wiener BürgerInnen!

Bertel Mann
04.11.2006 14:30
Ganz einfach das Gesetz exekutieren lassen - eigentlich nicht schwer zu verstehen...

herr hofrat
04.11.2006 13:18
ganz einfach:

die hundehalter genauso verfolgen wie parksünder!

es kann doch nicht sein, dass man falsch parkende autos mit einer armada von 'organen' überwacht, auf den gehsteig und die strasse scheissende hunde, resp. deren halter, einfach die regeln missachten lässt!

es fehlt nur am politischen willen das durchzusetzen. der spö ist die bequeme stimmenmehrheit aber lieber als die einhaltung ihrer eigenen verordnungen!

so schautz aus!
freund(erlwirt)schaft!

Fred der Prophet (ehemals Müder Fred)
04.11.2006 13:46
Völlig richtig.

In 38 Jahren habe ich erst einmal erlebt, dass ein Hundebesitzer die Hinterlassenschaft seines Lieblings beseitigt hat. Es ist eine absolute Zumutung.

dhl
04.11.2006 09:32
Schad´ums Sackerl! Natur = Gackerl.

Wien sch....t anders.

Ludovico Settembrini
04.11.2006 06:54
vergleichsweise

ich würde ja gerne wissen wie sich die hundebevölkerungsdichte in wien im vergleich zu anderen städten ähnlicher grösse verhält.

es gibt wenige städte wo ähnlich viel hundedreck herumliegt wie in wien...und soviel hunde gibts hier doch gar nicht.

was machen andere städte anders?

korrupter Computer 
11.11.2006 02:27

Du hast Probleme!

Wenn Du immer so viel Hundedreck siehst kann ich Dir nur eines raten:

Kopf hoch!

Ludovico Settembrini
11.11.2006 02:56

kein problem. wenn sie mir dann meine schuhe putzen?

Markus Finster
04.11.2006 12:26

Höhere Strafen, die auch kassiert werden!

nam eda
04.11.2006 11:04

hier gibts viele hunde! ganz sicher.

Boy Sets Fire 
04.11.2006 10:49
einerseits

putzen die städtischen reinigungsorgane dort nicht bewusst um den dreck herum, andererseits wird die bewusste verschmutzung der stadt mit strafen sanktioniert.

ich kann beim besten willen nicht verstehen, wieso nicht einfach eine strafe von rund 50-100€ angesetzt wird und das ganze genauso wie falschparken (von denselben beamten) kontorlliert wird.
man bräucht keine werbekampagne und keine plakate mehr, die sache wär in einem jahr aus der welt.

man darf sich halt nicht davor fürchten auch der 70 jährigen oma klarzumachen, dass gesetze für alle gelten.

wien würds den herren regierenden danken, und die unzähligen hunde und hundebesitzer, die durch zuwiderhandelnde kollegen in verruf gebracht werden genauso.

grazing snake
04.11.2006 04:44
Die deutsche Bedeutungsschwere schwappt über Wien,

das Drama Hundekot. Es ist ein Problem, mehr nicht. Im Sinne von Boba Fett´s posting kurz vorhin:

Nimm einen Sack für meinen Gack!
Määnsch, klaar doch.

Dufte, nö?

sir karl popcorn
03.11.2006 23:36
das "erl" ist eine verniedlichungsform

und haben wir den böhmischen einwanderern anfang des letzten jahrhunderts zu verdanken...

dagmar sevelda
04.11.2006 10:41
zadek - zadecek

es stimmt, dass im tschechischen oft die verniedlichungsform gewählt wird. oben genanntes wort betrifft z.b. die verlängerung des rückens (orscherl) und wird im tschech. turnverein oft verwendet, auch wenn sich hinter dem turner "die sonne verfinstert".

Ludovico Settembrini
04.11.2006 06:46

meiner seel' da fällt mir der heinzi conrads ein, den meine oma immer sonntags gehört hat: "als behmen noch bei estreich woa, foa 50 joa, foa 70 joa....

JosefineMutzenbacher
03.11.2006 23:29

jöööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö kaschpal

drm 
03.11.2006 23:07

kann den gedanken nachvollziehen. "herrl, räum meine scheiße weg" würd mir auch besser gefallen. obs was hilft? vielleicht bei manchen, aber bei einigen hilft wohl kaum was. ne kack-polizei um strafen einzuheben ist im budget wohl leider nicht drinnen...

Stalker Tarkov
03.11.2006 22:53
Hundserl???

Ich tät ja "Hunderl" sagen. Aber bitte...

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