LLI-Mühlen nehmen sich Rumänien vor

7. März 2007, 16:04
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Branchenriese Leipnik Lundenburger expandiert im Osten

Wien - Europas größter Player am Mühlenmarkt, die Raiffeisen-Tochter Leipnik Lundenburger (LLI), nimmt Rumänien ins Visier. Ziel ist, den Markt von Wien aus über eine große Übernahme zu erschließen.

"Wir sehen uns derzeit interessante Betriebe an und wollen in Rumänien in den kommenden zwei Jahren einsteigen", sagt LLI-Vorstand Christian Teufl dem Standard. Der rumänische Mühlenmarkt liege im Umbruch, und mit dem EU-Beitritt zeichne sich - ähnlich wie in Österreich vor zehn Jahren - eine Bereinigung der Branche ab. "Das wollen wir nutzen." Der Konzern hält es für realistisch, sich mit einer Akquisition zehn bis 15 Prozent des Marktes zu sichern.

Marktführer in Ungarn

LLI hat in den vergangenen Jahren ein dichtes Netz an Beteiligungen über Osteuropa gespannt. Die Gruppe ist in Ungarn Marktführer. Die Restrukturierung sei dort abgeschlossen, sagt Teufl, die verbliebenen Standorte wurden modernisiert. In Tschechien hält LLI seit dem Vorjahr 25 Prozent des Marktes. In Polen hat der Konzern seine jüngsten Mühlen vor einem halben Jahr gebaut. Ziel sei, mittelfristig dort zur Nummer eins oder zwei zu werden. Neue Chancen sieht Teufl durch die verstärkte Expansion großer Lebensmittelketten nach Polen. "Mit ihnen steigen die Qualitätsstandards."

LLI ist in Österreich mit Vonwiller und Farina vertreten, hält eine Beteiligung an Fritsch und vermahlt jährlich rund 185.000 Tonnen Getreide. An der Zahl der Mühlen-Standorte werde nicht gerüttelt, weitere Zukäufe seien jedoch aus kartellrechtlichen Gründen nicht möglich.

Raiffeisen hat im Mühlengeschäft 2005/06 rund 580 Millionen Euro umgesetzt. Das sind um 44 Millionen Euro mehr als im Geschäftsjahr davor. Das Ergebnis lag zuletzt bei 36 Mio. Euro - heuer ist es leicht gesunken, sagt Teufl. Der Grund dafür seien die gestiegenen Getreidepreise. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.11.2006)

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