Forstkonzern Stora Enso will mehr Geld aus Hölzern pressen

21. November 2006, 16:30
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Der Österreicher Peter Kickinger hat die Holzdivision des Konzerns Stora Enso in die Gewinnzone zurückgeführt. Neue Produkte sollen mehr Geld in die Kassa spülen

Wien – Stora Enso, einer der führenden Forstindustriekonzerne der Welt, will nach dem gelungenen Turnaround in der Holzsparte mehr Gewicht in die Weiterverarbeitung der Schnitthölzer legen. "Das schafft Mehrwert, sichert Arbeitsplätze und ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", sagte Peter Kickinger, der von Wien aus das weltweite Holzgeschäft des finnisch-schwedischen Konzerns leitet, dem Standard.

Ähnlich wie in der Stahlindustrie, wo Unternehmen wie Voestalpine außer Blechen beispielsweise Türkomponenten an die Autoindustrie liefern, gehen nun auch Schnittholzproduzenten verstärkt diesen Weg. Das Angebot reicht von Wandelementen verschiedener Stärke, geleimten Balken bis Fenster- und Türrahmenkomponenten. "Der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir innovative Lösungen umsetzen", sagte Kickinger.

Drittgrößter Schnittholzproduzent

Mit einer Kapazität von rund 7,7 Mio. m3 ist Stora Enso nach Weyerhaeuser (USA) und Canfor (Kanada) der weltweit drittgrößte Schnittholzproduzent. Etwa 40 Prozent des Schnittholzes wird bereits in eigenen Werken zu höherwertigen Produkten veredelt. Zum Gesamtumsatz von 12,4 Mrd. Euro trägt die Holzdivision etwa zwölf Prozent bei; den Hauptteil des Umsatzes erwirtschaftet die Gruppe mit Zeitungs- und Magazinpapier sowie Verpackungskarton. In Österreich hat sich Stora Enso durch die 1998 erfolgte Übernahme der Schweighofer AG eine Produktionsbasis geschaffen. Anfang 2008 soll am Kärntner Standort Bad St. Leonhard eine Anlage in Betrieb gehen, mit der so genannte Kreuzlagenhölzer – Flächenelemente für den ein- oder mehrstöckigen Hausbau – fabriziert werden können. Die Investition bezifferte Kickinger mit 17 Mio. Euro. Zu den bestehenden rund 200 Arbeitsplätzen im Sägewerk und der angegliederten Hobelanlage werden dann weitere gut 50 Jobs dazukommen.

Vier Standorte

In Österreich ist Stora Enso neben St. Leonhard an drei weiteren Standorten vertreten: Brand bei Zwettl im Waldviertel, Sollenau im Süden von Wien und Ybbs/Donau. Ybbs ist von den weltweit 26 Holzwerken des finnisch-schwedischen Konzerns das bedeutendste. Von den weltweit rund 5000 Mitarbeitern der Division sind derzeit 1224 in Österreich tätig.

Ein Großteil der österreichischen Produktion geht in den Export, etwa 25 Prozent wird an Kunden in Japan geliefert. Dort wird nach Angaben von Kickinger jährlich rund 1,3 Mio. m3 Wohnraum gebaut, die Hälfte davon aus Holz. Stark gefragt seien vor allem geleimte Balken, die noch im Sägewerk in Container geschlichtet, nach Rotterdam gebracht und von dort per Schiff auf die Reise nach Japan geschickt werden. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.11.2006)

  • Peter Kickinger.
    foto: standard/urban

    Peter Kickinger.

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