Moderne Weinbeißer im Rathaus

16. Jänner 2007, 11:28
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Die "austrian wine challenge" erreicht Weltniveau. Mehr als 5000 Edeltropfen im internationalen Test

Wien - Michael Edlmoser möchte nicht allzu euphorisch klingen. Ob seine dritte "international wine challenge awc vienna" der Durchbruch sei? "Ich glaube schon."

Tatsächlich hat die Veranstaltung des erst 30-jährigen Wiener Winzers und Heurigenwirtes in nur drei Jahren gewaltige Dimensionen angenommen - die awc vienna 2006 ist mit 5118 eingereichten Weinen aus 29 Ländern bereits die weltweit zweitgrößte Weinbewertung nach London.

3000 geladene Gäste strömten Dienstagabend ins Wiener Rathaus zur Prämierungsgala, "und wir hatten locker noch einmal 1000 Interessenten", so Edlmoser. Knapp 100 Winzer präsentierten dort ihre Weine: Die drei bis vier Besten, die in den 32 Kategorien des Bewerbs punkten konnten.

Und nicht nur das Interesse von Publikum, Winzern, Gastronomie und Handel - vor allem die internationale Präsenz zeigte, dass die "awc vienna" bei Weitem "keine Inzuchtpartie" ist, wie es Edlmoser formuliert. Der letzte Beweis dafür wurde bei der Prämierung der Kategorie Sieger erbracht: Auffallend stark die deutsche Präsenz bei den Weißweinen. Bei den Rotweinen errang ein australischer Casella-Shiraz von Joerg Hacker den Titel des besten internationalen Rotweines. Außerdem waren jeweils ein chilenischer, ein tschechischer und ein australischer Wein in den Kategorien erfolgreich.

Umgekehrt sind bei den Österreichern nahezu alle großen Namen im Bewerb vertreten und teils vorne mit dabei. Ganz an der Spitze: Der Chardonnay Reserve 2003 von Karl Alphart, der Gelbe Muskateller-Eiswein 2005 vom Willi Bründlmayer und über allem das Weingut Scheiblhofer als Winzer des Jahres.

Hinter all dem steckt ein immenser Aufwand: Galt es doch erst, die 5118 eingereichten Weine zu bewerten. Rund 13 Prozent der Weine errangen dabei eine Goldmedaille. Unter diesen wurden im Mastertasting einer internationalen Jury aus zehn Nationen die Kategorie-Sieger ermittelt (siehe Artikel unten).

In Summe ist die "awc vienna" bereits eine Unternehmung mit einem Umsatz von rund 300.000 Euro. Und dass dieser Bewerb auch bei den Winzern inzwischen weit gehend Anerkennung findet, zeigt ein kleines Detail: Das Interesse am Nachweis der erfolgreichen Teilnahme. "Wir haben heuer schon eineinhalb Millionen awc-Flaschenaufkleber verkauft", berichtet Edlmoser. Im ersten Jahr waren es noch 15.000. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD - Printausgabe, 2. November 2006)

  • Michael Edelmoser stellte die Konkurrenz in Wien auf die Beine - und ist heute sehr zufrieden.
    foto: standard/christian fischer

    Michael Edelmoser stellte die Konkurrenz in Wien auf die Beine - und ist heute sehr zufrieden.

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