"Innovationspreis" in der Wiener Secession

4. November 2006, 17:50
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Einreichungen von "fiber" oder "Frauenkunst unter Strafe" befassen sich mit spezifisch weiblichen Aspekten - Preisverleihung am 15. November

Wien - Im Vorfeld der Vergabe des "Innovationspreises der freien Kulturszene Wiens" lädt die IG Kultur heuer erstmals zur "InnovationsSchau" in den "project space" der Wiener Kunsthalle. Dort können ab 6. November alle eingereichten Projekte - vom Roma-Haus bis zum Frauentheater im Knast - besichtigt werden. Den Abschluss der Schau bildet eine öffentliche Besprechung durch die projektbegleitende Jury. Die Preisverleihung findet am 15. November (20 Uhr) in der Wiener Secession statt.

Grund für die Neuerung sei der große Erfolg der Projektpräsentationen im Vorjahr, meinte Pamela Bartar von der IG Kultur Wien. Deshalb wolle man dieses Jahr alle teilnehmenden Einreichungen für einen längeren Zeitraum öffentlich zugänglich machen. Zu sehen sein werden insgesamt 34 Einreichungen - 30 in der Kategorie "Projekte in der Stadt", vier in der Sparte "Internationaler Austausch".

Unterschiedlichste Kulturinitiativen, Vereine, Arbeitsgemeinschaften, Künstlerinnen und Künstler der freien Kulturszene Wiens haben - gemäß den Kriterien - wienspezifische bzw. international vernetzte, soziokulturelle Konzepte ins Rennen geschickt, die durch neue Kommunikationswege öffentliche Diskurse evozieren und so zu einer "nachhaltigen Weiterentwicklung der demokratischer Öffentlichkeit(en) und einer pluralistischen Diskussion" beitragen sollen.

"Community & Social Arts"

Als thematisches Zentrum legten die Organisatoren dieses Jahr den Bereich "Community & Social Arts" fest. Das Theater-Studio "Fleischerei" etwa versucht eine entsprechende Annäherung über Lebensmittel. In "migration mondays: KITCHEN STORIES" kochen in Wien lebende MigrantInnen jeweils eine Speise ihres Herkunftslandes und erzählen dabei die Geschichte ihrer Flucht bzw. ihres Exils. Das Kollektiv kanonmedia nominiert seine interkulturelle Kommunikationsplattform "THARA", ein Haus für jugendliche Roma und Sinti, das durch Feste, Sprachkurse und Workshops aus den Segmenten Theater, Musik und Mode eine vom Aussterben bedrohte Kultur stärken und fördern will. Die "Arbeitsgruppe gegen Rassismen" wiederum zeigt Dokumente visueller Umsetzungen von antirassistischen Forderungen im öffentlichen Raum - beispielsweise in Form von Plakatserien.

Spezifisch weibliche Aspekte

Neben Minderheiten befassen sich eine Reihe von Projekten mit spezifisch weiblichen Aspekten: Die Zeitschrift "fiber" präsentiert ihr - vor knapp einem Monat abgehaltenes - feministisches Festival "rampenfiber", das anhand von Konzerten, Filmscreenings und Performances die Sichtbarmachung von Frauen in der Musikbranche zum Ziel hatte. Der Verein "Impulssein" stellt seine Theaterinitiative "Frauenkunst unter Strafe" vor, wo gemeinsam mit inhaftierten Frauen szenische Performances, aber auch Hörbücher, Videos oder T-Shirt-Serien erarbeitet werden.

Prozedere

Der Innovationspreis wird heuer zum dritten Mal vergeben und ist mit 3.500 Euro je Kategorie dotiert. Die Sieger werden wie schon im Vorjahr per Voting ermittelt. Wahlberechtigt sind alle Einreichenden (ohne Selbstwahl), die Mitglieder der IG Kultur Wien sowie die projektbegleitende Jury. Die Wahlphase beginnt am 6. November und endet am 14. November um 23 Uhr. Die Preisverleihung findet am 15. November (20 Uhr) in der Wiener Secession statt. Alle Einreichungen können ab sofort auf einer eigenen Homepage eingesehen werden. (APA)

  • "Frauenkunst unter Strafe": Seit 2004 erarbeiten Frauen in der Justizvollzugsanstalt Wien Favoriten unter der künstlerischen Leitung von Beate Göbel in regelmäßigen Projektzyklen theatrale Ausdrucksformen.
    foto: laurent ziegler
    "Frauenkunst unter Strafe": Seit 2004 erarbeiten Frauen in der Justizvollzugsanstalt Wien Favoriten unter der künstlerischen Leitung von Beate Göbel in regelmäßigen Projektzyklen theatrale Ausdrucksformen.
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