Pariser FIAC-Kunstmesse: Lächeln im Grand Palais

7. November 2006, 15:16
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Die 33. Auflage hat selbst die Ergebnisse des Rekordjahres 2005 übertroffen, volle Zufriedenheit herrscht auch bei den österreichischen Galerien.

Paris - Zufriedenes Lächeln zeichnete sich auf den Gesichtern der "Macher" des Kunstmarkts ab, die sich vom 26. bis 30. 10. anlässlich der 33. FIAC in Paris einfanden. Aus Sicherheitsgründen auf das Grand Palais und den Cour carré du Louvre aufgeteilt, musste die Ausstelleranzahl auf 168 reduziert werden. Wovon 70 "aufkommende" Galerien im Louvre-Innenhof unter einem durchsichtigen Plastikzelt schwitzten.

Rund um die FIAC gruppierte sich ein über ganz Paris verteilter Event-Reigen. Die Geschäfte gingen noch besser als im Rekordjahr 2005. Trotz des Eintrittspreises von 20 Euro standen die Menschen Schlange, bevor sie die im Grand Palais gebotenen "Statements" betrachten konnten. Zudem wurden heuer gleich drei Off-Messen in Paris gegründet. "Show Off" vereinte im Espace Pierre Cardin 28 internationale Galerien unter suboptimalen Bedingungen: geringe Raumhöhe, wenig Platz für die Stände und ein qualitativ mittelmäßiges Angebot. Trotzdem kamen 11.000 Besucher, die auch gut einkauften. Die Galerie Hermann & Wagner aus Berlin zeigte hier Videos und Zeichnungen von Susi Jirkuff .

Auf der "Slick" Contemporary Art Fair, die weit vom Zentrum entfernt mit 22 Ausstellern über die Bühne ging, wurde viel fragile bzw. provokante Kunst von gemeinhin unbekannten Künstlern und Galeristen zu stolzen Preisen, gezeigt. "Diva", die Messe für Videokunst, fand in einem Hotel statt. Von den in den Tuilerien anlässlich der FIAC aufgestellten 15 Skulpturen kamen drei von österreichischen Galeristen: Franz Wests Am Brunnen vor dem Tore von Thoman, Innsbruck, Tony Craggs I'm alive von Ropac, Salzburg/Paris und Laocoon des Ateliers van Lieshout von Krinzinger, Wien.

Ursula Krinzinger verkaufte an die umfangreiche staatliche Sammlung FNAC (Fonds national d'art contemporain), der das französische Kulturministerium 400.000 Euro für den Erwerb von 30 Kunstwerken auf der FIAC zur Verfügung stellte, eine Installation von Werner Reiterer, Death Voice of Breathing, ein Lautsprecher mit Tonband und Plastiksack

Klaus und Elisabeth Thoman warten noch auf die Bestätigung für den Verkauf einer Installation samt einer Serie Zeichnungen von Walter Pichler. Sowohl die Innsbrucker wie die Wienerin Rosemarie Schwarzwälder (Nächst St. Stephan) zeigten Gemälde von Herbert Brandl, dem nächsten Österreich-Vertreter auf der Venedig-Biennale 2007, von dem ein Gemälde an eine der besten französischen Sammlungen weitergereicht werden konnte. Auch Ursula Krinzinger platziert ihre Künstler bestens: Erwin Wurm findet sich auf der FIAC bei vier Galerien - bei der Wiener Stammgaleristin, bei ihrer Pariser Kollegin Anne de Villepoix, dem Belgier Xavier Hufkens und dem Schweizer Nicola von Senger.

Ihre im Cour carré du Louvre ausstellende Pariser Kollegin Suzanne Tarasiève zeigt die von Krinzinger vertretene Künstlerin Zenita Komad, der Tarasiève im Dezember eine Personale in ihrer Galerie widmen wird.

Anselm Kiefer ist der FIAC- Parallelstar: Seine neuesten monumentalen Arbeiten zu Gedichten von Paul Celan sind derzeit sowohl bei Ropac wie bei Yvon Lambert (bis 520.000 Euro) zu sehen. Im kommenden Mai/Juni wird Kiefer die 12.000 Quadratmeter des Grand Palais mit Arbeiten zu Celan sowie zu Gedichten von Ingeborg Bachmann bespielen: eine Initiative des französischen Kulturministeriums, sowie des Premierministers, der auch beim Vernissage- Diner von Ropac-Lambert anwesend war. (Olga Grimm-Weissert / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.11.2006)

  • Neben Arbeiten von Österreichs Vertreter auf der kommenden Biennale von Venedig, Herbert Brandl, und Werken von Bernard Frieze, Adrian Schiess oder Helmut Federle zeigte Nächst St. Stephan aus Wien in Paris Aktuelles von Adam Adach.
    foto: nächst st. stephan

    Neben Arbeiten von Österreichs Vertreter auf der kommenden Biennale von Venedig, Herbert Brandl, und Werken von Bernard Frieze, Adrian Schiess oder Helmut Federle zeigte Nächst St. Stephan aus Wien in Paris Aktuelles von Adam Adach.

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