2,4 Milliarden Euro "eine gute Latte"

9. November 2006, 16:08
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Aufsichtsratschef: Wer auf Umsatz aus ist, für den ist die Bank das Richtige - Hundstorfer erwartet Abschluss vor Weihnachten

Wien - Der US-Hedgefonds Cerberus rittert im Konsortium mit der Generali-Versicherung und Wüstenrot um die angeschlagene Gewerkschaftsbank Bawag P.S.K, die Rede ist unisono von bisher rund 2,4 Mrd. Euro, die die Gruppe bietet. ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer ist mit den genannten Kaufpreissummen nicht unzufrieden, wie er am Dienstag am Bawag-Weltspartagsempfang vor Journalisten versicherte. Er erwartet den Verkauf (das "Signing") aus heutiger Sicht vor Weihnachten.

Von einer ganz guten Latte spricht auch Bawag-Aufsichtsratschef Siegfried Sellitsch. Die im Zusammenhang mit Cerberus kolportierte Summe sähe er als guten "Start". Es könne durchaus noch mehr werden, meinte Sellitsch heute, weil es nach Angebotsschluss ja zu einer Auktion kommen soll.

Keine Zerschlagung befürchtet

Die Bawag P.S.K. sei als Kernbank wirklich gut und solide. Dass es lange Zeit "eine Bank in der Bank" gegeben habe, sei freilich kein Ruhmesblatt gewesen. Über den/die aussichtsreichsten Käufer sagt der Bankpräsident nur: "Wenn wer auf Umsatz aus ist, für den wird die Bawag das Richtige sein".

Eine Zerschlagung der Bank in Einzelteile befürchtet er nicht: "Niemand wird viel Geld ausgeben, um das Unternehmen dann zu zertrümmern. Da mache ich mir keine Sorgen".

Ob es wie kolportiert durch die Cerberus-Grupe dezidierte Arbeitsplatzgarantien gibt, ist noch unklar. Berichten zufolge soll es jedenfalls solche Angaben geben. Laut Sellitsch geht es einem neuen Investor in der Regel um "Funktionsgarantien", und damit seien sicherlich auch Arbeitsplatzaspekte verbunden.

Offerte bis 13. November

Seit Anfang Oktober haben die Bieter der zunächst unverbindlichen Offertrunde Einschau in die Bücher der Bank. Die Datenraumphase ist bis jetzt nicht abgeschlossen, hieß es heute zur APA. Für den 13. November werden die endgültigen verbindlichen Offerte erwartet. Diese Übernahmeangebote können dann bis Dezember, bis kurz vor dem Verkaufsbeschluss, in einer Art Versteigerung bei Bedarf noch nachgebessert werden. An den Verkaufsberater Morgan Stanley erging der Auftrag, zum Höchstpreis zu verkaufen. (APA)

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