Walnüsse: Kaltes Öl und starkes Herz

18. Jänner 2007, 12:37
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In Maissau produziert ein kleiner Betrieb Walnussöl in Premiumqualität: Kälter gepresst geht nicht. Von Vene Maier

Es ist Walnusszeit. Die Ernte war sehr gut, die Nüsse schön und gsund, und die Menge auch ganz wunderbar. Der Herbst ist da, das Wetter schlägt um, die Nebel ziehen auf, Grippewellen bedrohen und Totengedenktage betrüben das Land. Man bereitet sich auf den Winter vor.

Gerade liest man, dass die Grippeimpfungen fürn Hugo sind (hat man je eh schon immer vermutet, aber es wird schon wer was davon haben – siehe Zeckenimpfung), also isst man besser Sauerkraut. Auch Orangen und Mandarinen helfen, der Nikolaus wird sie eh bald bringen. Der bringt dann auch Erdnüsse und Walnüsse, und das ist auch gut so und überdies sehr, sehr gesund.

Gutes Fett vs böses Fett

Weil wir jetzt keine laienhafte Einmischung in die leidige Fett-Frage tätigen wollen (gutes Fett versus böses Fett), zitieren wir einfach aus dem Prospekt der Firma „Paulusöl“, welche an der Grenze des Wein- zum Waldviertel ansässig ist und das „Maissauer Herzgold“ produziert. Darin wird festgehalten, warum sich die Hersteller so aufwändig um den Erhalt der Inhaltsstoffe ihres Nussöls bemühen. „Als eine nützliche Alternative zu Meeresfischen sind Walnüsse eine der besten Quellen für alpha-Linolensäure – der pflanzlichen Form von Omaga-3-Fettsäuren, die für eine optimale Gesundheit essentiell ist,“ wird Dr. Ritva Butrum vom US-Institut für Krebsforschung zitiert.

Und weiter geht’s mit einer Studie der Pennsylvania State University, in der es heisst, „dass eine walnussreiche Ernährung gleichzeitig mehrere Risikofaktoren für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit günstig beeinflusst. Walnüsse, Walnussöl und Leinöl reduzieren das Herz-Kreislauf-Risiko auf mehrfache Weise: Es senkt nicht nur das schlechte LDL-Cholesterin, sondern auch Marker für die Entzündung der Blutgefäße.“

Gut fürs Herz…

Insgesamt hat die amerikanische Gesundheitsbehörde (US Food an Drug Administration) die Walnüsse als wesentlichen Bestandteil einer gesunden Ernährung bezeichnet. Die günstigen Effekte etwa auf den Cholesterinspiegel und das Herzinfarktrisiko sind hinlänglich und wissenschaftlich belegt.

Man kann den Herstellern Paul Lehner und Katharina Koch also durchaus folgen, wenn sie in ihrer – eher wissenschaftlich als marketingmäßig gemachten – Beilage zum kaltgepressten Walnussöl empfehlen, dem Körper durch eine Extraportion Nüsse öfter etwas Gutes zu tun. Das geht nämlich auch in flüssiger und noch dazu in höchstem Maße kulinarischer Form.

…und sehr kulinarisch

Ein Löffel vom bzw. eine Marinade mit dem kaltgepressten Öl aus Maissau ersetzt das manchmal anstrengende und hin und wieder schmerzhafte Aufbrechen der harten Schale, hat denselben Nähr- und Gesundheitswert und schmeckt vorzüglich. Gemeinsam mit einem winterlichen Salat und einem Spritzer Himbeeressig zu sich genommen, ersetzt das nicht nur die Grippeimpfung sondern auch noch den Gourmettempel (sehr gut passt auch ein Quittenessig, aber wie bei allen Dingen gilt: echt muss er halt sein).

Als aufgeklärter Kulinariker weiss man natürlich, dass bei kaltgepressten Ölen die Inhaltsstoffe – dazu gehören auch die Aromen – nicht draufgehen, sondern erhalten bleiben. In der kleinen Maissauer Ölmühle werden die Nüsse noch dazu händisch geöffnet, was auch insofern gut ist, als jeder Kern, der nicht voll okay ist, aussortiert werden kann.

Händisch aussortiert

Paul Lehner beschreibt den Arbeitsvorgang so: „Bei uns wird jede Nuss von Hand geknackt und sortiert. Nach diesem Schritt werden die Nusskerne noch einmal auf Qualität und Reinheit geprüft und nachsortiert. Nur so können wir sicher sein, dass die Nusskerne mit allen wertvollen und heilkräftigen Inhaltsstoffen verpresst werden können.“

Und noch etwas ist Lehner ein Anliegen: „Wichtig ist zu erwähnen, dass ‚kaltgepresst’ oft wo draufsteht, die Nüsse aber vorher geröstet wurden, um sie zu entkeimen. Wir tun das nicht, um die gesundheitsfördernden Stoffe zu erhalten.“

Grüß Gott, alter Nussbaum

Jetzt muss man nur noch erwähnen, dass für einen Liter Öl so cirka 8 Kilo Nüsse geknackt werden müssen, und das alle Nüsse aus der näheren Umgebung stammen. So gesehen kann man sich dann auch als Konsument vorstellen, was es heißt, wenn im Prospekt zum Maissauer Nussöl folgender Satz besonders betont wird: „Wir kennen nicht nur jeden unserer Nussbäume, wir kennen sogar jeden unsere Nusskerne, der bei uns sein Öl abgibt.“

Das ist auch gut so, denn bei kaltgepresstem Öl würden auch die fauligen und ranzigen Nuancen mit ins Endprodukt wandern. Und wer braucht das schon? (Vene Maier)

Bezugsquelle:
webshop: www.greenmachine.at
E-mail an paulusoel@greenmachine.at
Preis für 250 ml-Flasche: 16.50 Euro
  • Artikelbild
    foto: paul lehner
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