Seagate-Festplatte verschlüsselt sich selbst

8. November 2006, 10:15
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Zugriff auf sensible Daten bei gestohlenen Laptops unmöglich

Der Festplattenspezialist Seagate will eine neue Reihe vom Festplatten mit Hardwareverschlüsselung auf den Markt bringen, bei der es ohne Authentifizierung durch eine berechtigte Person unmöglich sein soll, auf die darauf gespeicherten Daten zugreifen zu können. Ein spezieller Kryptochip ent- und verschlüsselt die Daten während des Lese- und Schreibzugriffs. Die "DriveTrust"-Laufwerke sind im 2,5 Zoll Formfaktor für Notebooks konstruiert und sollen in den Kapazitäten von 80, 120 und 160 Gigabyte erhältlich sein.

"Der FDE-Bereich ist ein sehr schnell wachsender Nischenmarkt"

Bei der "Momentus 5400 FDE.2" handelt es sich um die Nachfolgerversion der im Juni 2005 erschienenen ersten Seagate-Festplatte mit Full Disk Encryption (FDE). "Der FDE-Bereich ist ein sehr schnell wachsender Nischenmarkt", meint Seagate-Sprecherin Regina Israel im Gespräch mit pressetext. Seagate erwartet, dass Notebook-Produzenten die neue Harddisk in Verbindung mit einem vom User zu vergebenden Passwort anbieten werden. Ebenfalls denkbar ist eine Zugriffslösung mittels SmartCard oder Fingerprintreader.

"On the fly"

Bei der angekündigten Platte kommt eine 128-Bit AES-Verschlüsselung zum Einsatz. Die Verschlüsselung der Daten erfolgt "on the fly", denn die Platte enthält einen Kryptochip. Das bedeutet, dass die Chiffrierung während des normalen Schreib- und Lesevorgangs durchgeführt wird. Ein Vorteil dabei ist, dass der Systemprozessor nicht mit dieser Aufgabe belastet wird. Weiters wären bei einer Hardware-basierten Chiffrierung weder Patches noch Updates notwendig, um den hohen Sicherheitslevel zu halten. Außerdem gäbe es noch einen entscheidenden Sicherheitsvorteil: Die verschlüsselten Daten könnten äußerst einfach vernichtet werden. Dies ermöglicht problemlos ein Umschichten oder Ausscheiden der Laufwerke und spart Zeit sowie Kosten, die mit dem Löschen und Überschreiben der Informationen verbunden sind, so Seagate in einer entsprechenden Aussendung.

Neu

"Der Ansatz, die Verschlüsselung direkt auf der Harddisk vorzunehmen, ist abseits der Datenspeicherung eine völlig neue Möglichkeit, die Festplatten bieten", meint Scott Shimomura, Senior Produkt Marketing Manager bei Seagate. Datendiebstahl und der Schutz der Privatsphäre sind zu wichtigen Themen geworden. Gestohlene Laptops von hohen Managern oder Beamten zeigen die Verlustanfälligkeit von mobilen, sensiblen Daten. Mit der neuen Seagate-Platte kann kein Unberechtigter auf die Informationen auf der Festplatte in entwendeten oder verlorenen Notebooks zugreifen. Das System soll sich ohne korrekte Authentifizierung nicht einmal hochfahren lassen.

"Als Primärmarkt sehen wir mobile Computer"

Shimomura zeigt sich zuversichtlich, dass die hauseigene Entwicklung bald auf dem Markt zu finden sein wird: "Als Primärmarkt sehen wir mobile Computer, denn auf diesen Systemen werden besonders viele sensible Daten gespeichert. Sie haben daher einen unmittelbaren Bedarf an zusätzlicher Sicherheit." Weiters arbeite man aber auch mit Softwarefirmen zusammen, um DriveTrust in unternehmensweiten Sicherheitslösungen zu integrieren. Frühestens werden die FDE-Platten jedoch Anfang 2007 am Markt zu finden sein, schränkt Israel ein. (pte)

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