Vorsicht bei Schmerzpflaster

12. Juli 2007, 16:29
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Neue therapeutische Herausforderung durch Umstellung auf Generika, es kann zu einer Über- oder Unterdosierung kommen

Wien - Das kontinuierliche Einschleusen von Opioid-Schmerzmitteln mittels Pflastern (Transdermal-Systeme) über die Haut in den Organismus hat sich in der Behandlung chronischer Schmerzen bewährt.

Erhebliche Unterschiede

"Die Verfügbarkeit der ersten Opioid-Schmerzpflaster als Generika stellt jetzt allerdings verschreibende Ärzte vor neue Herausforderungen", meint Burkhard Gustorff von der Universitätsklinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin im AKH Wien im Rahmen der sechsten Österreichischen Schmerzwochen. Denn Pflastersysteme können trotz Wirkstoffgleichheit erhebliche Unterschiede aufweisen.

Nebenwirkungen bei Opioid-Pflastern

Gleichwertig bedeute bei der Behandlung mit diesen Systemen keineswegs immer "gleich", warnte der Schmerzspezialist. "Bei Opioid-Pflastern kann das Nichtbeachten dieser Unterschiede schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Es kann zu einer unbeabsichtigten Dosiserhöhung mit Symptomen der Überdosierung wie zum Beispiel Übelkeit oder Müdigkeit führen, oder zu einer Unterdosierung unter anderem mit Rückkehr oder Zunahme von Schmerzen", meint Gustorff.

Umstellung ist wie Neueinstellung

"Sollte - aus welchen Gründen auch immer - eine Umstellung des Pflasters nötig sein, muss diese wie eine Neueinstellung durchgeführt werden. Das gilt für Pflaster mit unterschiedlichen Wirkstoffen ebenso wie für wirkstoffgleiche Pflaster", so der Experte.

Der kostensenkende Effekt von Generika in Zeiten knapper werdender Budgets sei aus gesundheitsökonomischer Sicht zu begrüßen, meinte Gustorff. "Allerdings kann ein unqualifizierter Wechsel von einem Original-Produkt zu einem Generikum im Bereich von Opioid-Schmerzmedikamenten schon auf Grund der unterschiedlichen Bioverfügbarkeiten zu Problemen bei der Betreuung von Schmerzpatienten führen." (APA)

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