Im Großraum Graz "Tempo 100" wegen Feinstaub fix

31. Oktober 2006, 14:51
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In 333 steirischen Gemeinden gilt ab 15. Dezember auf Freilandstraßen Tempo 80 - Streitigkeiten über Maßnahmen-Finanzierung

Die Verordnung zur Feinstaubreduktion in der Grünen Mark wird erst am 15. Dezember erlassen, die Beschränkungen auf den steirischen Straßen sind aber bereits fixiert. Das bedeutet auf betroffenen Autobahnabschnitten bzw. Freilandstraßen Tempo 100 bzw. 80. Umweltlandesrat Manfred Wegscheider (S) forderte in seinem jüngsten Entwurf Maßnahmen für ein 333 Gemeinden umfassendes Sanierungsgebiet. Die zusätzlichen Straßenschilder sind laut Asfinag bereits bestellt.

Der im Sommer vorgestellte Entwurf der Maßnahmenverordnung nach dem Immissionsschutzgesetz Luft wurde Mitte Oktober mit der Präsentation einer neuen und entschärften Verordnung abgelöst. Als fix gilt nun, dass 333 steirische Gemeinden in das Sanierungsgebiet fallen, wo auf Autobahnen und Schnellstraßen Tempo 100 vorgeschrieben wird und auf Freilandstraßen 80 Kilometer pro Stunde erlaubt sein werden. Die Maßnahmen gelten ab dem 15. Dezember bis zum 14. März 2007, also einen Tag weniger als drei Monate. Der Hintergrund: Verordnungen, die sich über drei Monate erstrecken, können theoretisch vom Verkehrsminister für ungültig erklärt werden.

Straßenschilder bestellt

Konkret heißt die Umsetzung der Verordnung, dass auf der Südautobahn (A2) zwischen Sinabelkirchen und Lieboch und auf der Pyhrnautobahn (A9) zwischen Leibnitz und dem Knoten Peggau Tempo 100 gilt. Das sind insgesamt - beide Fahrtrichtungen gerechnet - rund 186 Kilometer Autobahn. Schnellstraßen sind überhaupt nicht betroffen, denn Tempo 100 gilt nur auf Strecken, wo der durchschnittliche Tagesverkehr über 30.000 Kfz liegt. Auf den Freilandstraßen in den 333 Gemeinden gilt jedoch überall Tempo 80.

Rund eineinhalb Monate vor dem in Kraft Treten der Verordnung sind nach Angaben eines Sprechers der Asfinag-Süd die rund 60 benötigten Straßenschilder bestellt. Die Bezahlung übernimmt das Land Steiermark, doch aus dem Umweltressort hieß es gegenüber der APA, dass die Kosten für die Umsetzung der Maßnahmen letzten Endes vom Bund übernommen werden sollen. Darüber werde es jedoch noch "Streitigkeiten" geben, hieß es aus dem Umweltressort.

Zusätzliche Park und Ride-Anlagen in Graz-Umgebung inklusive Shuttlebusse in die Innenstadt sind derzeit vom Verkehrsressort geplant. Unklar ist jedoch auch hier noch, wer die Kosten von rund 2,5 Mio. Euro tragen soll. Bereits fertig sei hingegen der so genannte Winterfahrplan mit einer besseren Taktung. Dieser habe das Land rund zwei Mio. Euro gekostet, hieß es aus der zuständigen Abteilung. (APA)

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