Dämmstoffe, die nicht dämmen?

Redaktion, 5. November 2006, 13:30

Architekt spricht von wärmedämmendem Material als "größtem Schwindel aller Zeiten": Niedrigenergie-Haus sei Lug und Trug

Hochstadt/Main - Wärmedämmung durch Dämmmaterial ist für den Architekten Konrad Fischer der größte Schwindel aller Zeiten. "Die theoretisch und praktisch erwiesene energetische Nutzlosigkeit von Dämmstoff - der eben vor der Wand anstauende Wärme nicht wie ein Staudamm das Wasser bis zum Überfließen dämmen kann - ergibt sich auch aus unverfälschten Vergleichsdaten des Energieverbrauchs von gedämmten und ungedämmten Häusern", so der Architekt. Zumeist wären es falsche Rechenmethoden, die zu einem falschen Schluss kommen.

Windige Geschäfte

Ausgangspunkt der Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Wärmedämmung war ein im Nachrichtenmagazin Spiegel erschienener Artikel unter dem Titel "Windige Geschäfte mit dem Klimaschutz". Fischer verweist in diesem Zusammenhang auch auf tatsächliche Beispiele wie etwa dem Hannoveraner Wohnkomplex, an dem ein Wohnblock mit einem kunststoffverblendeten Wärmedämmschutz aus vier Zentimeter Polystyrol versehen wurde. Die Ersparnis sollte 65.000 Liter Rohöl in 40 Jahren ausmachen. "Dabei wird die Lebensdauer bei solchen Dämmmaterialien seitens der Hersteller mit rund 20 Jahren angegeben", so Fischer. Bei einem Ölpreis von 0,25 Euro im Jahr 1989 wäre das eine rechnerische Ersparnis von ca. 26.000 Euro gewesen, rechnet der Architekt vor. "Der Betrag hätte die Investition von 500.000 Euro niemals gerechtfertigt." Was den Experten allerdings am meisten stört, ist die Tatsache, dass der Sachverständige Jens Fehrenberg im Vergleich mit den nicht sanierten Nachbargebäuden herausfand, dass es überhaupt keine Heizkostenersparnis gab.

Senken der Raumtemperatur in der Nacht kontraproduktiv

"Die Geschichte mit den Dämmstoffen ist der größte Schwindel aller Zeiten", so Fischer. Energiesparen lasse sich nur dort, wo Energie tatsächlich verbraucht werde, meint der Architekt. "Einer der größten Fehler etwa ist das Absenken der Raumtemperatur während der Nachtstunden, denn dann muss in der Früh mit voller Kraft geheizt werden." Das komme dem Energieaufwand eines Autos im Stadtverkehr gleich. Der Verzicht auf die Absenkung sei die erste wesentliche Maßnahme. Als Dämmmaterial im Dachausbau rät der Architekt zu einfachen Mitteln wie etwa Massivholz-Planken mit einer Stärke von acht bis zehn Zentimetern. Auch von der Mehrfach-Verglasung hält Fischer nichts. "Schon ein einfaches Fensterglas dämmt UV- und die Infrarot-Wärmestrahlung." Das "Dämmunwesen" sieht Fischer historisch bedingt. "Das kam damals auf, als die Baustoffindustrie auf Fertigteilhäuser umgestiegen ist. Da wurden dann Institute um Institute bemüht, sich des Themas anzunehmen."

Besser: Massivblockhäuser oder Backsteinkonstruktionen

Als optimale Bauform sieht der Architekt die Massivblockhäuser wie sie in Österreich schon seit Jahrhunderten Tradition haben. Im süddeutschen Raum setzt der Architekt auf die bewährten Backsteinkonstruktionen. Vom Baustoff Beton hält der Architekt nichts, da er sich durch Karbonatisierung und Korrosion selbst zerstört. Beim Heizen setzt Fischer auf Strahlungsheizsysteme - am einfachsten offen über der Sockelleiste montierte Heizrohre - und ergänzend Flachheizkörper. In die Berechnungen der Heizsysteme müsse, so Fischer, auch die Solarzustrahlung mit eingebunden werden. Diese sei letztlich dafür verantwortlich, wie groß ein Heizsystem konzipiert werden müsse. Mit so einer Heizmethode, die vor allem die immensen Warmluftverluste drastisch reduziert, läßt sich dann auch wirklich Energie sparen. (pte)

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19 Postings
Eva Hexe
 
00
9.11.2006, 15:19
nachtabsenkung

nachdem mein steuergerät kaputt wurde und - faul wie ich bin - es nicht gleich richten lies und ich dannach die Jahresabrechnung bekam war ich erstaunt WENIGER zu zahlen. in der richtung hat er also recht: Nachtabsenkung bringt nix.

Stefan Schwertner
00
9.11.2006, 09:52
Witz

4cm PS Aufwanddämmung bringen tatsächlich nichts und sind rein lächerlich. Ein alter Ziegelbau mit mindestens 10 cm gedämmt (Stand der Technik sind 14cm) ausserdem die Kältebrücken extra beseitigt und gute Fenster - bringt sehr viel - und plötzlich heizen Sie mit € 400, p.a. ein Haus mit 140m2.

A Voice
00
8.11.2006, 21:38
Depp

das kann man ganz leicht selbst überprüfen, an der Rechnung. Gedämmtes Haus, stark reduzierte Heizkosten, trotz saukaltem Winter. Also so schlimm kann der "Schwindel" nicht sein.

Richard Pfeifer
 
00
8.11.2006, 10:44
Absolut aus der Luft gegriffen

Natürlich kann es durch Fehlkonstruktionen zu kontraproduktiven Nachwirkungen kommen im speziellen bei entstehenden Feuchtigkeitsschäden oder fehlenden Luftaustausch. Das gewisse Dämmmaterialien eher nur temporäre Einsatzfähigkeiten (EPS,XPS-Platten...) haben, da sich durch ihre fehlende Feuchtigkeitsausgleichswirkung die Dämmeigenschaft nach unten korrigiert, ist richtig. Grundsätzlich ist bei richtiger Dämmung aber davon auszugehen das eine erhebliche Verbesserung im Bereich des Energieverlustes und damit eine höhere Effizienz und Behaglichkeit im Wohnraum entsteht. Aber es ist immer das Gesamtsystem zu beurteilen und nicht Teilverbesserungen um irgend eine bessere Bewertung im Energiepass zu bekommen!

Clemens Waldbrunner
 
00
7.11.2006, 20:40
Ganz so unrecht hat er nicht

Wenn man ohne solides Konzept ein Gebäude mit Dämmstoffen und neuen Fenstern versieht, kann man leicht vom Regen in die Traufe kommen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wärmedämmung

Speziell historische Gebäude kann man tatsächlich "kaputtisolieren". Wenn man den diffussionsoffenen historischen Lehmputz durch Styropor und Rigipsplatten ersetzt, darf man sich nicht wundern, wenn an allen Ecken und Enden der Schimmel gedeiht. Auch luftdichte Passivhausfenster können zu einem Problem werden, wenn man nicht gleichzeitig eine Wohnraumlüftung mit einplant.

Dass Wärmedämmung insgesamt sinnvoll ist, steht jedoch außer Diskussion. Nur kann man dabei sehr viele Fehler machen, die sehr teuer werden können.

good vibration
00
7.11.2006, 19:08
ein sehr schlechter Artikel

Gilgamesh
00
7.11.2006, 13:26

Wie erklärt der Herr dann die Bilder der Wärmekameras???

Dort wird eindeutig gezeigt, wo wärme austritt....

. Diogenes
00
7.11.2006, 11:32
Selten soviel gequirrlte Sch..... in einem Artikel gelesen

Ich wüßte gerne, ob der Herr Architekt im Winter nackt auf die Strasse geht und sich mit der Dämmwolle in seinem Kopf begnügt, oder nicht vielleicht doch einen Mantel verwendet. Zumindest hat er den Nachweis erbracht, dass man durch jonglieren von Zahlen alles und auch das Gegenteil beweisen kann ohne auch nur einmal den Verstand einschalten zu müssen.

mit denkender
11
7.11.2006, 10:07
seit das haus meiner mutter

vollwärmegedämmt ist - ist der heizölbedarf um fast 40% gesunken - hat also die steigenden ölkosten mehr als kompensiert.

geziehlt gemessen bei gleichem heizverhalten.

der typ ist einfach nur ein depp. [PUNK]

da gibts nur eines - zurück auf die uni du kasper.
versuchs mal mit den grundlagen der thermodynamik.
die kannst sogar im internet gratis erlernen.

mit denkender
00
7.11.2006, 10:10
und ausserdem

gehts nicht nur um "kosten" sondern auch darum den planeten ein wenig zu schonen.

M21
00
6.11.2006, 20:46
Physik die 2te

War gerade wieder in den USA. Hatten im Haus bei Regen massive Kondensation an den einfach-verglasten Fenstern und daher ein Schimmelproblem. Der Wärmeverlust durch Fenstern bei üblichen Wohnraumtemperaturen und damit Temperaturdifferenzen zur Umgebung wird durch Wärmeleitung und nicht durch Strahlung dominiert, daher spielt die Blockade der Strahlung eine untergeordnete Rolle.
Im März in Kalifornien wars bei 14°C in der Nacht im Holzplanken Appartement zu kalt, unter Tags gabs bei Sonnenschein einen Hitzestau.
Herr Fischer mag vielleicht ein Ästhet sein, hat aber von Gebäude-Energiehaushalten offensichtlich keine Ahnung oder verstreut bewusst falsche Information.

Bender Rodriguez
00
6.11.2006, 19:28
Wahrscheinlich schränkt die Dämmung seine

Kreativität als Architekt zu sehr ein.

Und da bei manchen Architekten ja scheinbar Form und Prestige vor Funktion gehen, wird halt Funktion einfach mal schlechtgeredet.

Das mit den Fenstern ist ja wohl der größte Unsinn den es gibt. Sogar die alten Doppelfügelfenster waren ja aus Isoliergründen doppelt.

Nach dessen Argumentation müsst ja eine einwandige Glasflasche genauso gut isolieren wie eine Thermoskanne. Schwachsinnig sowas.

Martin Müller6
00
6.11.2006, 07:29
Physik

Ich weiss nicht ob Herr Fischer schon mal das Vergnuegen hatte bei -15°C in einem einfach verglasten Apartment zu wohnen. Ich hatte es in der VR China und an den Fenstern Eisblumen. Es macht wohl einen Unterschied aus ob die Oberflaechentemperatur meines Wohnbereichs stellenweise -5° einfach oder + 10° doppelverglasung hat. Oder alles was ich in meinem Physikstudium gelernt habe ist Unsinn

der Zacharias
12
6.11.2006, 02:00
Architekten genießen zu Recht keinen guten Ruf.

Sie stehen in der Regel mit den Füßen nicht auf dem Boden der Realitäten.

Ich empfehle dem Herrn Architekten einen Zugang zur Welt, der sich EMPIRISMUS nennt, bzw. salopp formuliert Erfahrungswerte.

Und zur Meldung mit den Verglasungen sag ich jetzt einfach einmal garnix.

Der Typ ist einfach nur inkompetent.

Mani Pulatio
02
5.11.2006, 21:27
ACHTUNG!

Dieser Artikel ist zu verkürzt - wer an diesem Thema interessiert ist sollte unbedingt dem Link folgen.

i-man
00
5.11.2006, 23:31
ohne den von ihnen empfohlenen Link zu gelesen zu haben...

ein Architekt ist in der Regel der falsche Ansprechpartner wenn es um Wärmedämmungen und Engergiesparen geht.

Ich vertraue da auf den Bauphysiker und die Jahresendabrechnung.
Wenn ich die mit meinen Nachbarn vergleiche wurde ich nicht angelogen....

coyote779
10
5.11.2006, 16:17
Alles Unsinn?

Quod erad demonstrandum!

Reini von Schweden
03
6.11.2006, 14:26
Mit dem Latein am Ende?

Mit Verlaub: die grammatikalisch richtige Form des Modalverbs "esse" (="sein") im Indikativ des Imperfekts in der 3. Person Singular heißt "erat", nicht "erad" ... meint ein alter Lateiner!

homo sapiens
00
6.11.2006, 16:05
ist wahrscheinlich aber eh deswegen sitzengeblieben.....

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