Online-Tauschbörsen: Musikdatei gegen Strafakte

9. Juli 2007, 11:30
20 Postings

Diskussion zum heftig umstrittenen Thema Musik-Tauschbörsen liefert Antworten auf brennende Fragen

Musik-Tauschbörsen sind heftig umstritten. Zumindest in diesem Punkt sind sich Experten einig. Doch der Download von MP3 & Co ist nicht nur für Jugendliche ein heißes Thema, auch Eltern oder Großeltern können mehr davon betroffen sein, als ihnen lieb ist. Dabei stehen viele Fragen im Raum: Wann haften Eltern, ab welchem Alter Kinder? Wie sieht die Rechtslage rund um Up- und Downloads aus? Und was sollte der User über Musiktauschbörsen wissen? Das waren grundlegende Fragen, die im Rahmen des Roundtable-Gesprächs, zu dem das Onlineportal konsument.at Experten eingeladen hatte, diskutiert wurden.

Unklare Rechtslage

Ein zentrales Problem stellt die auch unter Experten noch großteils unklare Rechtslage dar. So ist etwa heftig umstritten, ob ein "Download" nur von einer "legalen Quelle" oder auch von einer Raubkopie zulässig ist. Fest steht jedenfalls, dass der "Upload" von Musikdateien strafbar ist und mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätzen Geldstrafe belangt werden kann.

Abmahnungen

Auch wenn der durchschnittliche "Tauschbörsianer" laut Franz Medwenitsch, Geschäftsführer vom Verband der Österreichischen Musikwirtschaft, männlich und zwischen 25 und 35 Jahre alt ist: Beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) landen immer wieder Beschwerden von Eltern, deren Kinder mit Abmahnungen der Verwertungsgesellschaften konfrontiert werden. Peter Kolba, VKI-Bereichsleiter Recht, klärt auf: "Bereits Minderjährige sind ab dem vollendeten 14. Lebensjahr strafmündig."

Vermeintliche Anonymität

Zudem täuscht die vermeintliche Anonymität des Internet: Durch die IP-Adresse lassen sich PC-Inhaber - und damit oft auch erstaunte Eltern - ausfindig machen, die letztlich für illegale Musik-Tauschgeschäfte verantwortlich gemacht und zur Kasse gebeten werden können.

Wer also auf Musik aus dem Internet nicht verzichten möchte, ist mit kostenpflichtigen Musikbörsen meist auf der sicheren Seite. Dennoch: Auch hier gibt es Grauzonen, wie der russische Anbieter "AllofMP3" beweist.(red)

Links

konsument.at

An dem "Konsument"-Roundtable-Gespräch nahmen teil: Dr. Thomas Höhne (Spezialist für Urheberrecht), Florian Hufsky (Bundessprecher der Piratenpartei), Dr. Franz Medwenitsch, (Geschäftsführer vom Verband der Österreichischen Musikwirtschaft) und Dr. Peter Kolba (VKI-Bereichsleiter Recht) teil. Eine Zusammenfassung der Diskussion gibt es auf konsument.at/musikdownloads

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.