Unterschriftenaktion gegen "Tempo 100" als Protest gegen "sinnlose Maßnahme"

31. Oktober 2006, 14:51
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ARBÖ plant Aktion für ganz Österreich - Auch für ÖAMTC "ungeeignete Maßnahme"

Die sich ausbreitenden Beschränkungen auf Tempo 100 auf dem höchstrangigen heimischen Straßennetz - ab 1. November ist es auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Kufstein-Süd und Zirl so weit - sorgt weiter für Aufregung. Der ARBÖ kündigte am Dienstag an, seine Unterschriftenaktion gegen diese Geschwindigkeitslimits auf ganz Österreich auszuweiten.

"Ab sofort können alle Autofahrer gegen diese sinnlose Maßnahme protestieren", so ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil. Bisher gab es diese Unterschriftenaktion nur in Oberösterreich und Tirol. Im Land ober der Enns haben bisher 3.100 Autofahrer gegen Tempo 100 zwischen Haid und Sattledt unterschrieben, in Tirol waren es 3.600.

Bis 14. November kann man unter arboe.at per Knopfdruck seine Stimme gegen die zur Bekämpfung des Feinstaubs verhängten Tempolimits auf Autobahnen abgeben. Über die Website können auch Unterschriftenlisten ausgedruckt werden.

Musil: "Der Aufruf des ARBÖ zu einer Protestaktion gegen die Einführung von Tempo 100 ist nicht gegen die Umwelt gerichtet, sondern als Kritik an einer unsinnigen Alibimaßnahme, die keine Umweltprobleme löst."

ÖAMTC: Ungeeignete Maßnahme

"Dass sich Geschwindigkeitsbeschränkungen zunehmend als ungeeignete Maßnahme zur Schadstoffreduktion herausstellen, ist bekannt. Daher ist die Ablehnung bei den Autofahrern auch so groß", so Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, am Dienstag. Drei von vier Autofahrern seien gegen Tempo 100, wie eine vom Touringclub im September durchgeführte Befragung unter 1.100 österreichischen Autofahrern gezeigt hat.

Vor allem der Widerspruch des mehrspurigen Ausbaus von Autobahnen bei gleichzeitiger Tempoeinschränkung stößt auf Protest. "Bereits mit dem Aufkommen der Tempo 100-Diskussion in der Steiermark, Oberösterreich und zuletzt in Tirol hat der ÖAMTC sofort Gespräche mit den jeweiligen Landesverantwortlichen aufgenommen", so Rohracher, der auf diesbezügliche Erfolge verwies:

* Steiermark: Dort sei das geplante Tempo 100 Limit für weite Teile des steirischen Autobahnnetzes vom Tisch, die Beschränkung wurde auf den Großraum Graz limitiert. Fahrverbote soll es nur bei Überschreitung der Grenzwerte geben.

* Oberösterreich: Mit der angekündigten Errichtung einer mit Luftgütemessstellen gekoppelten Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) wurde vorerst der ÖAMTC-Forderung entsprochen: Erst messen und nur dann, wenn es Sinn macht, allfällige Temporeduktionen verordnen.

* Tirol: Auch für die Inntal Autobahn (A12) wurde zumindest zugesagt, dass die Wirksamkeit der 100er-Beschränkung laufend evaluiert und Tempolimits ausschließlich mittels Verkehrsbeeinflussungsanlagen gesteuert werden sollen.

"Wir geben uns damit nicht zufrieden", erklärte der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Die Herabsetzung von Tempolimits für Pkw stellt sich zunehmend als ungeeignete Maßnahme dar, um Schadstoffemissionen nachhaltig zu reduzieren. Die Vielzahl an Verursachern bedingt auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Maßnahmen. "Bisher konnte noch kein Nachweis dafür erbracht werden, dass Tempolimits den erwarteten Effekt an Schadstoffreduktionen erbracht hätten", sagt Rohracher. (APA)

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