Prozess gegen Oppositionellen

30. Oktober 2006, 17:23
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Dmitri Daschkewitsch, dem Mitgliedschaft in einer verbotener Organisation vorgeworfen wird, drohen bis zu zwei Jahre Haft

Minsk - In Belarus (Weißrussland) steht seit Montag ein Oppositioneller wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation vor Gericht. Das Verfahren, das die Opposition als Schauprozess bezeichnet, dürfte die ohnehin schwierigen Beziehungen zum Westen weiter verschlechtern.

"Ich bin leider pessimistisch, was diesen Prozess betrifft. Die Behörden sagen, sie wollen einen Dialog mit Europa. Aber sie machen nichts, um die Lage im Land zu entschärfen", sagte der führende Oppositionspolitiker Alexander Milinkewitsch. Dem 25 Jahre alten Dmitri Daschkewitsch drohen bis zu zwei Jahre Haft. Sein Anwalt sagte, er rechnet mit einem Urteil noch in diesem Jahr. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten mehrere Dutzend Sympathisanten des Mitglieds der "Jungen Front".

Milinkewitsch sagte, die Regierung habe seit den Protesten nach der Wahl im Frühjahr Angst. Sie übe Druck aus, damit sich die Menschen nicht noch einmal auf die Straße trauten. Präsident Alexander Lukaschenko hatte offiziellen Ergebnissen zufolge die Abstimmung mit 83 Prozent gewonnen, auf Milinkewitsch entfielen sechs Prozent der Stimmen. Der Westen kritisierte die Wahl als unfair, die Europäische Union (EU) verhängte Einreiseverbote gegen Regierungsvertreter. (APA/Reuters)

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