"Verlorenes Jahrzehnt" im Kampf gegen Hunger

31. Oktober 2006, 15:28
posten

Zehn Jahre nach Welternährungsgipfel kein Fortschritt festzustellen: 854 Millionen leiden laut UN-Bericht an Unterernährung

Rom - Zehn Jahre nach dem Welternährungsgipfel ist die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen den Hunger nicht vorangekommen. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schlug am Montag Alarm und veröffentlichte einen Bericht, dem zufolge 854 Millionen Menschen weiterhin an Unterernährung leiden. Ihr Anteil an der gesamten Weltbevölkerung sei aber zurückgegangen und das vereinbarte Ziel somit immer noch zu erreichen.

Kein Fortschritt

Bei dem UN-Gipfel von 1996 hatten sich die Staats- und Regierungschef das Ziel gesetzt, die Zahl der Hungernden weltweit bis 2015 zu halbieren. "Zehn Jahre später sind wir mit der traurigen Wirklichkeit konfrontiert, dass buchstäblich kein Fortschritt hin zu diesem Ziel gemacht wurde", erklärte FAO-Chef Jacques Diouf in dem Jahresbericht. Seit der Vergleichsperiode Anfang der 1990er Jahre bis 2003 sei die Zahl unterernährter Menschen weltweit nur um drei Millionen gesunken - "eine Größenordnung, die im statistischen Fehlerbereich liegt". Es sei daher nahe liegend, die Zeit nach dem UN-Gipfel als "verlorenes Jahrzehnt" zu bezeichnen, sagte Diouf.

Hoffnungsvolle Aussichten

Auch wenn die absoluten Zahlen kaum ermutigend seien, stellten sie dennoch einen abnehmenden Anteil der Hungernden an der wachsenden Weltbevölkerung dar, hieß es in dem Bericht weiter. So gehen die UN-Statistiker davon aus, dass bis 2015 nur noch 10,1 Prozent der Weltbevölkerung hungern müssten. Anfang der 1990er Jahre lag dieser Anteil noch bei 20,3 Prozent. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    FAO-Chef Jacques Diouf bezeichnete die Jahre seit dem Welternährungsgipfel 1996 als "verlorenes Jahrzehnt" im Kampf gegen Welthunger.

Share if you care.