Glimmstängel ade

31. Oktober 2006, 15:09
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Eine Chance, dem Rauchen auf Wiedersehen zu sagen - Raucherberatungs-Wochen in Österreichs Apotheken

Wien - Studien zufolge schafft es lediglich einer von zwanzig aufhörwilligen Rauchern seiner Tabaksucht ohne fremde Hilfe Herr zu werden, die anderen bedürfen einer professionellen Unterstützung. Diese wird auch in diesem Jahr im Rahmen der Raucherberatungs-Wochen vom 6. bis zum 18. November in Österreichs Apotheken angeboten. Rund 40.000 Besucher konnten bei der Aktion im Jahr 2005 gezählt werden.

Schwierigkeiten beim Aufhören

Erhöhte Tabakpreise, die steigende Anzahl von Rauchverboten oder Warnhinweise auf der Zigarettenschachtel: nur wenige lassen sich durch diese Maßnahmen die Lust auf die Zigarette verderben. Die Gründe, warum Rauchern eine erfolgreiche Entwöhnung nicht glückt, sind vielfältig. Sowohl die Angst vor Entzugserscheinungen oder Gewichtszunahme als auch die fehlende Unterstützung durch das persönliche Umfeld können als Ursachen angeführt werden.

Unterstützung

Da das Vorhaben im Alleingang kaum zu bewältigen ist, sind die Betroffenen oft auf professionelle Hilfe angewiesen. Aus diesem Grund finden dieses Jahr zum dritten Mal in Folge die Raucherberatungs-Wochen in sämtlichen Apotheken des Landes statt. "Die Apotheke ist oft die erste Anlaufstelle für Raucher, die mit ihrem Laster aufhören wollen. Die Beratung unserer Kunden steht bei uns an oberster Stelle. Die wichtigen Nikotinersatz-Präparate aus der Apotheke helfen, von der Tabaksucht wegzukommen", erläutert Christiane Körner, Vize-Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer und lädt alle Entwöhnungswilligen zur Nutzung der Aktionen im Rahmen der Raucherberatungs-Wochen ein, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Start erleichtern

Unterstützt von der Österreichischen Apothekerkammer, dem Nikotininstitut Wien und dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen werden in der Zeit vom 6. bis 18. November die Beratungstätigkeiten der Apotheken intensiviert und eine kompetente Hilfestellung bei der Wahl der wirksamsten Rauchertherapie geleistet. Zusätzlich wird dem Raucher umfassendes Informationsmaterial sowie ein Gutschein zur Verfügung gestellt, mit dem man sämtliche Nicorette(R)-Produkte wie Kaugummi, Inhalator, Depotpflaster oder Sublingualtabletten um drei Euro billiger erhält. Der Start ins Nichtraucherdasein soll damit erleichtert werden.

Alarmierende Zahlen zeigen Handlungsbedarf

"In Österreich werden durch das Rauchen jährlich rund 14.000 Todesfälle verursacht. Derzeit stirbt weltweit alle acht Sekunden ein Mensch an den Folgen des Tabakkonsums", weiß die Raucherentwöhnungstherapeutin Irmgard Homeier, von der II. lungeninternen Abteilung des Otto Wagner Spitals (OWS). Aktuelle Statistiken besagen, dass rund 2,3 Millionen Österreicher zur Zigarette greifen. Die Tendenz ist vor allem bei jungen Menschen steigend. "Zwanzig bis vierzig Prozent der Schwangeren rauchen. Das Risiko eine Fehlgeburt oder Frühgeburt zu erleiden, ist dadurch um zwanzig bis dreißig Prozent erhöht", weiß Otto-Michael Lesch von der Universitätsklinik für Psychiatrie am AKH Wien und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Suchtmedizin.

Gefahren

Raucher haben eine im Durchschnitt neun Jahre geringere Lebenserwartung, zwei von vier Rauchern sterben frühzeitig. Neben lebensbedrohlichen Faktoren wie beispielsweise einem erhöhten Krebsrisiko, wird aber auch die Lebensqualität durch Kurzatmigkeit, schnellere Hautalterung oder mögliche Impotenz negativ beeinflusst. (red)

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