Fair genießen mit Flair

6. Februar 2007, 10:03
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Das Weltcafé nahe der Uni Wien bietet fair gehandelte Lebensmittel und Getränke, die auch noch gut schmecken - von Zotter-Schokolade bis zur Linsensuppe

Weltläden sind aus dem Wiener Stadtbild schon lange nicht mehr wegzudenken. Allerdings haftet ihnen - manchmal ungerechtfertigt - der Ruf nach Räucherstäbchen, Batikhemden und unerfreulich schmeckendem Kaffee an. "Faires" Essen, Trinken und Einkaufen war somit lange Zeit mit Verzicht oder Geschmackseinbußen verbunden. Das "Weltcafé" hat es geschafft, aus dieser vorurteilsbehafteten Ecke herauszukommen.

Alle Produkte sind aus fairem Handel oder aus biologischer Landwirtschaft - und trotzdem ist das Weltcafe weit von den oben genannten Klischees entfernt. Die Einrichtung ist geradlinig, mit orientalischen Einschlägen. Das Publikum ist fast durchwegs studentisch, Geschäftsführer Roland Prugger spricht von "sicher drei Viertel StudentInnen".

Die GeschäftsführerInnen bieten ihrem großteils studentischem Publikum aber auch etwas: Frühstück gibt es den ganzen Tag, ein preiswertes Mittagsmenü und eine Happy Hour locken ebenfalls. Die teuerste Speise schlägt mit 8,20 Euro zu Buche, womit das Essen auch für chronisch leere studentische Börsen erschwinglich ist.

An einem Wochentag war das Café bei unserem Besuch gut gefüllt, aber nicht überfüllt. Zum Lernen ist das Weltcafé nur bedingt geeignet, der Lautstärkepegel ist doch eher hoch - was aber viele nicht zu stören scheint, die Lerngruppen - Dichte war hoch. Im Sommer lädt ein schattiger Gastgarten zum Verweilen ein.

Dass faires Essen und Trinken nicht fad sein muss, beweist die internationale Karte. Sehr beliebt sind die exotischen Kaffeemischungen, der von uns getestete Jebena Kaffee mit Kardamon und Ingwer war genau das richtige für einen kalten Novembertag. Außerdem gibt es die bewährten Zotter-Trinkschokoladen um 3,10 Euro. Die Speisekarte ist großteils arabisch angehaucht, es finden sich aber auch asiatische und italienische Snacks und Hauptspeisen. Großartig die Thai-Süßkartoffelsuppe, die um 3,50 Euro ziemlich satt und glücklich macht. Für Vegetarier ist gesorgt, wahre Fleischtiger werden sich mit der Speisekarte dafür etwas schwer tun. Die Bedienung ist jedenfalls freundlich und flott.

Selbst wer sich nicht für Fair Trade begeistern kann, der hat ein anderes gutes Argument um das Lokal einmal auszuprobieren: Es schmeckt schlicht und einfach gut!

Preisvergleich

Cappuccino - 2,40 Euro

Großes Bier vom Fass- 3,10 Euro

Soda Zitron 0,25 Liter - 1,60 Euro

Billigste Speise auf der Karte - Antipasti oder Grissini mit Dip 2,00 Euro, Käsetoast 1,70 Euro

Specials - Mittagsmenü mit Suppe und Hauptspeise um 5,80 Euro, Happy Hour von 20 bis 22 Uhr mit allen Cocktails um 4,50 Euro, Brunch am Sonntag um 11,50 Euro

Bewertung

Studierendenfreundlichkeit: Sehr gut. Man kann ewig bei seinem Kaffee sitzen und seine Skripten lesen oder Lerngruppen treffen.

Ambiente: Gemütlich und mit Liebe zum Detail gemacht, jedoch nichts für Leute, die etwas gegen einen leicht alternativen Look haben.

Preis-Leistung: In Ordnung. Es gibt billigere Studentenlokale, aber hier ist immerhin alles Bio, dafür sind die Preise wirklich angemessen.

Fazit

Ein innovatives Konzept zu akzeptablen Preisen in unmittelbarer Uni-Nähe. Und man tut auch noch etwas Gutes - StudentInnenherz, was willst du mehr! (Anita Zielina/derStandard.at,07.11.2006)

Weltcafé
Schwarzspanierstraße 15, 1090 Wien
Tel.: 01/405 37 41
Email: office@weltcafe.at
Öffnungszeiten
Täglich von 9 bis 2 Uhr
  • Alternativ, aber nicht räucherstäbchenverduftet, international, aber nicht abgehoben: Das Café positioniert sich abseits von Klischees.
    foto: weltcafé

    Alternativ, aber nicht räucherstäbchenverduftet, international, aber nicht abgehoben: Das Café positioniert sich abseits von Klischees.

  • Im Sommer bietet es sich an, das Mittagsmenü im Gastgarten zu verspeisen. Im Winter kann man sich stattdessen an einer heißen Zotter-Schokolade wärmen.

    Im Sommer bietet es sich an, das Mittagsmenü im Gastgarten zu verspeisen. Im Winter kann man sich stattdessen an einer heißen Zotter-Schokolade wärmen.

  • Die Germanistikstudentin Stefanie geht nach der Uni gerne ins Weltcafé: "Das ist eines der wenigen Cafés, die Fair-Trade-Produkte führen, teuer ist es trotzdem nicht. Außerdem ist es nicht weit von der Uni entfernt."
    foto: derstandard.at/oberndorfer

    Die Germanistikstudentin Stefanie geht nach der Uni gerne ins Weltcafé: "Das ist eines der wenigen Cafés, die Fair-Trade-Produkte führen, teuer ist es trotzdem nicht. Außerdem ist es nicht weit von der Uni entfernt."

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