Novelle könnte 0800-Anrufe aus Telefonzellen verteuern

31. Oktober 2006, 13:07
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Telekom Austria darf künftig Gebühr von Mitbewerbern verlangen

Anrufe an kostenlose Mehrwertnummern (0800) aus Telefonzellen könnten künftig teurer oder unmöglich werden. Verkehrsminister Hubert Gorbach hat eine Novelle der Universaldienstverordnung unterzeichnet, die es Marktführer und Ex-Monopolisten Telekom Austria ermöglicht, von den privaten Mitbewerbern künftig eine Gebühr für 0800-Anrufe in Telekom-fremde Netze einzuheben.

Befürchtungen

"Es steht zu befürchten, dass damit in Zukunft alternative Netzbetreiber durch Androhung der sonstigen Sperre der in ihrem Netz eingerichteten 0800-Nummern zu zusätzlichen Zahlungen gedrängt werden können. Und das obwohl nicht nur der Verwaltungsgerichtshof und das Handelsgericht, sondern auch die Telekom-Regulierungsbehörde genau diesen Anspruch der Telekom Austria als unbegründet abgelehnt haben", kritisierte Mitbewerber Colt am Montag in einer Aussendung.

Notrufähnliche Services

Betroffen von der Abgabe seien besonders notrufähnliche Services wie beispielsweise Sozialservicestellen, Kinderhotlines, Frauennotrufe in Fällen von Gewalt, Sorgentelefone, die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Bundes, das Bundessozialamt sowie das Rote Kreuz, Tierschutzeinrichtungen, Schlüsseldienste oder der Bankomatkarten-Sperrnotruf, da diese Services besonders oft von Telefonzellen aus angerufen würden, hieß es.

"Diesen müssen die Calling Card-Anbieter die erhöhten Kosten weiterverrechnen"

Zweite Gruppe der Betroffenen seien Nutzer von Calling Cards. Das sind Telefonkarten mit Kartennummer zum bargeldlosen Telefonieren ins In- und Ausland, die vor allem von sozial schwachen Endkunden genutzt würden. "Diesen müssen die Calling Card-Anbieter die erhöhten Kosten weiterverrechnen", so Colt.(APA)

LinkTelekom Austria
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