Barcelona gegen Chelsea unter Druck

31. Oktober 2006, 22:46
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Spartak kämpft mit Stranzl um ersten Sieg - Schiedsrichter Plautz im Bernabeu im Einsatz

Wien - Am Dienstag und Mittwoch ertönt in der Fußball-Champions League der Anpfiff zur entscheidenden zweiten Hälfte der Gruppen-Phase. Die vierte Runde bringt zusätzliche Brisanz und Spannung mit, weil es zu den gleichen Paarungen wie zuletzt vor zwei Wochen - nur mit umgekehrten Heimvorteil - kommt. Bisher stehen mit Chelsea FC (Pool A), Bayern München (B), CF Valencia (D), Olympique Lyon (E) und Manchester United (F) noch fünf von 32 Klubs mit blütenweiser Weste da, wobei die Deutschen und Franzosen sogar noch kein Tor kassiert haben.

Neben den fünf Spitzenreitern könnten sich in dieser Woche mit Liverpool FC, PSV Eindhoven (beide C), AS Roma (D), Real Madrid (E), Celtic Glasgow (F) und AC Milan (H) auch noch ein Sextett vorzeitig für das Achtelfinale qualifizieren. In zwei der 16 Partien spielt ein Österreich-Bezug ganz sicher mit. Teamverteidiger Martin Stranzl sehnt am Dienstag (18.30 Uhr/live Premiere) mit Spartak Moskau daheim gegen Inter Mailand den ersten Sieg in der Millionen-Klasse herbei und der Tiroler Schiedsrichter Konrad Plautz leitete am Mittwoch im Bernabeu-Stadion das Treffen (E) Real Madrid - Steaua Bukarest.

Der Dienstag-Schlager (live ORF 1/20.45 Uhr) steigt zweifellos im Camp Nou, wo Titelverteidiger und Verfolger FC Barcelona Tabellenführer Chelsea CF erwartet und auf Revanche für das 0:1 (Tor durch Didier Drogba) vor zwei Wochen in London aus ist. "Mit neun Punkten haben wir alle Chancen, die Gruppe als Erster zu beenden. Der Druck liegt auf den Schultern der Spanier, weil sie mit Werder Bremen nach Punkten gleichauf liegen und gewinnen müssen. Es wird eng für sie im Kampf ums Weiterkommen", glaubt Chelseas deutscher Legionär Michael Ballack.

Die Katalanen blicken dem Treffen der Giganten mit positiven Gefühlen entgegen, nachdem die Generalprobe dank zweier Tore des zuletzt kritisierten Ronaldinho zum 3:0-Heimsieg gegen Recreativo Huelva positiv verlief. "Das war ein wichtiger Erfolg, ich sah eine signifikante Steigerung meiner Elf, sie spielte wieder besser", meinte Trainer Frank Rijkaard optimistisch. Die Statistik spricht für die Hausherren, die vor eigenem Publikum seit 15 Europacup-Partien ungeschlagen sind und im Camp Nou noch kein "internationales" Tor kassiert haben. Zuletzt mussten sie den Ball vorige Saison aus ihrem Netz holen. Das war allerdings gegen Chelsea (1:1).

Die Katalanen spielten im internationalen Geschäft bisher 53. Mal gegen englischen Vereine, von den bisher 24 Heimpartien verloren sie nur eine. Das war 1976 im UEFA-Cup-Semifinale gegen Liverpool (0:1). In den direkten Duellen Barca - Chelsea lautet die Bilanz bei einem Remis 5:4-Siege für die Spanier. Im zweiten Gruppe-A-Spiel will Werder Bremen in Sofia gegen Lewski mit dem zweiten Pflichtsieg nach dem 2:0 daheim vorerst einmal die Qualifikation für den UEFA-Cup, sprich den dritten Tabellenplatz, vorzeitig sichern. "Nur der Erfolg zählt und nicht wie wir gespielt haben", meinte Werders Mittelfeldmann Torsten Frings.

Auf heimischen Kunstrasen möchte Stranzls Spartak Moskau gegen den noch ungeschlagenen italienischen Tabellenführer Inter Mailand die letzte Chance wahren. Mit drei Punkten würde die Russen die Azzurri, die in San Siro das Hinspiel 2:1 gewonnen haben, vom dritten Rang verdrängen. "Inter ist nicht mehr das, was es einmal war. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt gegen die Mailänder zu spielen, wen wir sie jetzt nicht schlagen, wird uns das nie mehr gelingen", glaubt Kapitän Jegor Titow. Inter-Legionär Dejan Stankovic meinte vor dem Abflug: "Es wird nicht leicht, dort warten Kälte und ungewohnter Untergrund."

Die Moskauer haben gegen italienische Gegner von 13 Vergleichen erst zwei gewonnen, zuletzt gelang dies 1989/90 gegen Atalanta Bergamo. In der Champions League läuft Spartak schon 20 Spielen einem Erfolgserlebnis hinterher, den CL-Rekord hält AEK Athen mit 21 Partien ohne Sieg. Neben Stranzl und Plautz könnte die Eliteliga noch einen dritten rot-weiß-roten Beitrag haben.(APA/Reuters/AFP/dpa)

Programm am Dienstag:

Gruppe A:

  • 20:45 FC Barcelona - FC Chelsea (live ORF1)
  • 20:45 Lewski Sofia - Werder Bremen

    Gruppe B:

  • 18:30 Spartak Moskau - Inter Mailand
  • 20:45 Bayern München - Sporting Lissabon

    Gruppe C:

  • 20:45 PSV Eindhoven - Galatasaray Istanbul
  • 20:45 Liverpool FC - Girondins Bordeaux

    Gruppe D:

  • 20:45 Schachtjor Donezk - FC Valencia
  • 20:45 AS Roma - Olympiakos Piräus
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Barca-Coach Frank Rijkaard.

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