Steve Jobs, der "Woz" und 3.150 fehlende Dollar

25. Oktober 2007, 11:02
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Wie Jobs seinen Partner in Frühzeiten reinlegte - Wozniak sieht Mac OS X als unsicherer als das alte Mac OS 9 an

Im Rahmen einer Promotion-Tour für seine Autobiographie "iWoz" hat Apple-Mitgründer Steve Wozniak auch eine Reihe von Interviews gegeben, in denen er seinen früheren Partner, Apple-Boss Steve Jobs, nicht immer im besten Licht präsentiert. So bestätigte er etwa gegenüber dem Guardian, dass ihn Jobs dabei auch teilweise um ihm zustehendes Geld gebracht hat.

Breakout

Konkret geht es um einen Vorfall, bei dem er das Redesign für das Layout einer Automatenplatine eines Breakout-Clones übernahm. Eigentlich wollten sich beide das dabei eingenommene Geld gerecht aufteilen, allerdings erwies sich Jobs dabei als nicht ganz aufrichtig: Während er für den Auftrag 7.000 US-Dollar kassierte, erzählte er seinem Partner, dass er nur 700 bekommen hätte - Wozniak musste sich mit 350 US-Dollar zufrieden gegeben.

Keine Bitternis

Dass ihn Jobs angeschwindelt hatte, habe er erst 12 Jahre später erfahren, so Wozniak. Allerdings sei dies für ihn kein Grund für Bitternis, Jobs habe viele große Dinge geleistet, da sei dies nur ein kleiner "Ausrutscher". Klar wäre es erfreulicher, wenn Jobs damals aufrichtig gewesen wäre, immerhin sei ihm Geld damals eher gleichgültig gewesen, und er hätte dem späteren Apple-Boss das Geld gerne geschenkt - wenn er denn nur gefragt hätte.

Mac OS X

Weniger gleichgültig sind Wozniak allerdings die technologischen Entscheidungen von Apple, so habe er sich anfänglich stark gegen einen Umstieg auf Mac OS X gewehrt. Der Kauf von NeXT, der den Weg dafür bereitet hat, sei seiner Meinung nach einfach unnötig gewesen, dies habe er damals auch Jobs versucht klar zu machen. Dieser habe ihm entgegnet, dass er den Kauf den AktionärInnen von NeXT - Jobs war vor seine Rückkehr zu Apple Boss bei dem Unternehmen - schulde.

Der IE war schuld

Zu der Entscheidung beigetragen habe seiner Meinung nach auch, dass zum damaligen Zeitpunkt zahlreiche Berichte über Stabilitätsprobleme mit Mac OS 7 kursierten, die man fälschlicherweise prinzipiellen Fehlern in dem Betriebssystem zugeschrieben hatte. Wie sich später herausgestellt habe, seien diese aber vom Internet Explorer verursacht gewesen, was zu dem Zeitpunkt nicht so klar gewesen sei, da die Probleme auch auftraten, wenn der IE selbst gar nicht lief.

Vorteile und Nachteile

Mittlerweile sehe er das Ganze aber nicht mehr nur negativ, immerhin habe es klare Vorteile ein System von Grund auf neu zu entwickeln. Dadurch habe man jetzt eine stabilere und vollständigere Plattform als zuvor. Allerdings macht er dabei auch eine Ausnahme: Die Sicherheit sei beim alten Mac OS 9 besser gewesen. Mittlerweile würden wesentlich mehr sicherheitsrelevante Bugs auftauchen als damals, und dies habe seiner Meinung nach nicht nur etwas mit der gesteigerten Verbreitung zu tun, sondern vor allem mit der grundlegenden Architektur. (red)

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Apple

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    Apple-Mitgründer Steve Wozniak

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