Hugo Chávez - Eine Biografie

24. November 2006, 14:32
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derStandard.at/Politik verlost 3 Exemplare des Buches von Christoph Twickel

Christoph Twickels Chavez-Biografie erzählt vom Aufstieg des zur Zeit einflussreichsten Politikers Lateinamerikas und die Geschichte der Bewegungen, die seine Politik tragen. Die Bewohner der Armenviertel sahen in dem jungen Offizier mit dem roten Barett schon bei seinem fehlgeschlagenen Militärputsch 1992 ihren Helden.

Im Schatten der neuen Weltordnung hat es der charismatische Ex-Putschist geschafft, die zersplitterte Restlinke, die Menschenrechtsbewegung, Teile der Kirche, der Militärs, der linksbürgerlichen Parteien und vor allem die Millionen der marginalisierten Venezolaner auf seine Seite zu bringen. In allen Landesteilen haben Basiskomitees – Landarbeiter, Fischer, Indigene, Frauen etc. – eine neue Verfassung erarbeitet. Die Verabschiedung dieser Verfassung markiert den Übergang zum Modell der »partizipativen Demokratie«.

Chávez schaffte es, die Ölindustrie unter seine Kontrolle zu bringen und legte so die ökonomische Grundlage für seine Sozialpolitik. In enger Zusammenarbeit mit Kuba wurden anderthalb Millionen Menschen alphabetisiert, medizinische Grundversorgung in die Barrios gebracht und eine Agrarreform angestoßen.

Institutionen wie die »Frauen-Bank«, die Förderung alternativer Medien und die Unterstützung linker lateinamerikanischer Politiker festigen seine Position als Erneuerer. Seine vehemente Anti-Bush-Haltung hat ihn in den letzten Jahren zur Galionsfigur der neuen Linken in Lateinamerika gemacht.

Rezensionen

Die "taz" findet das Porträt "gelungen" und "äußerst lesenswert". Das Buch beschreibe einen Chavez, der sich signifikant vom Bild unterscheide, das westliche Medien oft von ihm malen. Die Biografie verliere in der zweiten Hälfte jedoch etwas an Tiefgang, wenn es sich darauf beschränke, die Ereignisse während und nach den Putschversuchen nachzuzeichnen. Auch bleiben wichtige Fragen wie die nach der Weiterentwicklung des venezolanischen Projekts unbeantwortet.

"Gut recherchiert und spannend geschrieben" lobt die "Die Zeit" Twickels Werk. Als Pluspunkt wird dabei hervorgehoben, dass auch Schattenseiten wie "ideologische Promiskuität" und "präpotente" Fernsehauftritte des Protagonisten nicht verschweigt werden.

Der Autor

Autor Christoph Twickel, geboren 1966, bereist Lateinamerika seit 1988. Seine Tätigkeit als freier Korrespondent hat ihn nach Mexiko, Panama, Kuba und Venezuela geführt. Er arbeitet als freier Autor unter anderem für "die tageszeitung", die "Frankfurter Rundschau", die "Frankfurter Sonntagszeitung", "Brand Eins" oder das Greenpeace Magazin. Bei Edition Nautilus gab er bereits das Buch "Läden, Schuppen, Kaschemmen. Eine Hamburger Popkulturgeschichte" heraus. (red)

derStandard.at verlost drei Exemplare dieses Buches:

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Christoph Twickel: Hugo Chávez - Eine Biografie
2006
ISBN: 3-531-15127-4
Edition Nautilus
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