Ein Blick in die Zukunft der freien .Net-Alternative Mono

7. November 2006, 10:31
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Mono 1.2 soll noch im November kommen - Version 2.0 dann 2007 - Projekt "Olive" als freie Indigo-Implementation

Im Rahmen des Mono Meeting 2006 versammelten sich vergangene Woche die EntwicklerInnen der freien .Net-Alternative in Boston, um einer Reihe von Vorträgen rund um das Projekt zu lauschen. Der Bogen spannte sich dabei von der Präsentation von Mono-Anwendungen wie F-Spot, bis zu spezifischeren Themen wie "Debugging with Mono".

Roadmap

Im Rahmen seiner Keynote präsentierte Mono-Gründer Miguel de Icaza von Novell dabei auch einen Ausblick auf kommende Entwicklungen rund um das Open Source-Projekt. So soll das wegen der noch nicht abgeschlossenen Windows.Forms-Entwicklung lange verschobene Mono 1.2 nun noch im November veröffentlicht werden. Mit diesem will man bereits einen Teil der .Net 2.0-Funktionalität ausliefern, außerdem biete die neue Version erhebliche Performance-Verbesserungen gegenüber der aktuellen stabilen 1.0.x-Reihe. Als GUI-Toolkits stehen Bindings für GTK+-2.8 und Windows.Forms 1.1 zur Verfügung.

Mono 2.0

Danach will man sich auf Mono 2.0 konzentrieren, das derzeit für das 3. Quartal 2007 anvisiert wird. Dieses soll die restlichen .Net 2.0-APIs nachliefern und zahlreiche weitere Optimierungen bieten. Die eigene Entwicklungsumgebung MonoDevelop und der Debugger sollen dann ein Kernbestandteil von Mono werden. Gleichzeitig soll aber auch eine bessere Anbindung an Visual Studio kommen, damit .Net-EntwicklerInnen ihre gewohnte Arbeitsumgebung weiter verwenden können. Außerdem soll es dann auch eine stabile Untersützung für Cocoa, das grafische Toolkit von Mac OS X, geben.

Olive

Das Mono-Meeting bedeutete auch den Startschuss für das Projekt "Olive". Dabei handelt es sich um eine freie Version von Microsofts "Windows Communication Foundation" (WCF) - früher vor allem unter dem Namen "Indigo" bekannt, die ebenfalls mit Mono 2.0 kommen soll. Nicht geplant ist hingegen bisher eine eigene Implementation der Windows Presentation Foundation (Avalon).

Unity

Einem Spezialmarkt will man sich hingegen mit "Unity" widmen: Dabei handelt es sich um eine Umgebung zur Entwicklung von 3D-Spielen. Der Kern ist aus Performance-Gründen in C/C++ geschrieben, für weniger rechenintensive Aufgaben stehen dann C#/Mono oder Boo und Javascript zur Auswahl. Das Ganze hat übrigens bereits einen prominenten Abnehmer gefunden: Unity soll in künftigen Versionen der Online-Welt "Second Life" zum Einsatz kommen. Deren EntwicklerInnen setzen derzeit auf eine eigene Skriptsprache, deren Performance aber nicht gerade als optimal zu bezeichnen ist. Durch den Einsatz von Unity sollte eine Beschleunigung um den Faktor 50 möglich sein, auch der Speicherverbrauch soll sich deutlich reduzieren. (Andreas Proschofsky)

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    Rupert, Ex-Ximian, jetzt Mono-Maskottchen

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