Kartnig sagt Ade, oder nicht

31. Oktober 2006, 18:43
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Sturms Präsident tritt angeblich heute bei der Vorstandssitzung zu­gunsten anderer Investoren ab

Wien/Graz - Hannes Kartnig soll heute, Montag, auf einer Vorstandssitzung des SK Sturm Graz angeblich zurücktreten, als Präsident und Vorstand. Anschließend sollen drei Vertreter einer an Sturms Überleben interessierten, aber an Kartnig profund desinteressierten Investorengruppe in den Vorstand kooptiert werden. Nach Informationen eines Vertreters dieser Gruppe, der um Anonymität ersuchte, bestehe man darauf, dass der ganze Vorstand den Hut nehme. Außerdem erfolgt heute der erste Geschäftstermin der präsumptiven Kapitalgeber mit dem Masseverwalter Norbert Scherbaum. Meldungen, wonach eine Bankgarantie bereits hinterlegt worden sei, sollen voreilig sein.

Für Dienstag ist die erste Gläubigerausschusssitzung anberaumt. Da Gläubiger bis zum 24. November ihre Forderungen anmelden können, wird man erst dann wissen, wie hoch die Schulden und damit auch die Zwangsausgleichsquote (20 Prozent) sein werden. In diesem Zusammenhang weist der Informant des Standard auf einen Widerspruch in den vor einer Woche dem Konkursrichter übermittelten Unterlagen hin. Einerseits werde eine Überschuldung von rund fünf Millionen Euro behauptet, andererseits eine zu erbringende Quote von rund zwei Millionen, was bei einem Zwangsausgleich auf einen Schuldenstand von rund zehn Millionen Euro hinweist. Sollte sich diese Rechnung als richtig erweisen, wird die Investorengruppe insgesamt rund drei Millionen Euro für die Quote und die Fortführungskaution (bis Saisonende) hinlegen müssen.

Kartnig selbst soll derzeit urlauben. Noch mag niemand so recht glauben, dass er abtritt. Man munkelt von einem letzten Versuch, mit eigener oder geliehener Kraft den Ausgleich zu finanzieren. (Johann Skocek, DER STANDARD Printausgabe 30.10.2006)

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    Es wird sich zeigen ob König Hannes das Zepter ohne weiteres übergeben wird.

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