Bundestruppen rücken in Oaxaca ein

30. Oktober 2006, 14:44
12 Postings

Geringer Widerstand der Demonstranten - Mit Streik und Straßenbarrikaden soll Rücktritt von Gouverneur Ulises Ruiz erzwungen werden

Oaxaca - Nach dem Tod eines US-Journalisten und zwei weiterer Menschen bei Unruhen in Mexiko sind Bundestruppen in die Stadt Oaxaca eingerückt. Die Sicherheitskräfte sind bei den Demonstranten zunächst auf geringen Widerstand gestoßen. Viele Protestierer hatten in der Nacht zum Sonntag ihre Barrikaden aufgegeben. Sie wollten nach eigenen Angaben eine offenen Konfrontation mit der Polizei vermeiden.

Ein US-Kameramann war am Freitag zwischen die Fronten geraten, als Unbekannte auf linke Demonstranten schossen, die mit Straßenblockaden politische Forderungen durchsetzen wollen. Der tödlich verwundete Journalist starb auf dem Weg ins Krankenhaus der Regionalhauptstadt Oaxaca. Wie die Justizbehörden des gleichnamigen Bundesstaates mitteilten, war unter den beiden übrigen Todesopfern auch ein Lehrer. Bei den Unbekannten soll es sich Medienberichten zufolge um Polizisten gehandelt haben.

Streik

Im Zuge der maßgeblich von streikenden Lehrern getragenen Protestaktionen in Oaxaca sind in den vergangenen fünf Monaten etwa zwölf Menschen getötet worden. Die Lehrer sowie linke Aktivisten hatten mit einem monatelangen Streik und der Errichtung von Straßenbarrikaden den Rücktritt von Gouverneur Ulises Ruiz erzwingen wollen. Kritiker werfen dem Politiker Korruption und Einschüchterung von Gegnern vor.<> Diese Woche haben sich die Lehrer zwar zum Abbruch ihres Streiks entschlossen. Viele linke Aktivisten wollen jedoch ihre Blockaden in der Stadt so lange aufrechterhalten, bis Ruiz abtritt. Präsident Vincente Fox hat angekündigt, die Krise in Oaxaca noch vor dem Ende seiner Amtszeit Anfang Dezember lösen zu wollen. Eine Verhandlungslösung ist bislang jedoch nicht gelungen. (Reuters)

Share if you care.