Ski-Chef und Selfmade-Millionär

3. Juli 2000, 19:03

Peter Schröcksnadel, dynamischer Tiroler Unternehmer und im "Nebenberuf" Präsident des ÖSV

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Peter Schröcksnadel (58) erst 1990, als er an die Spitze des Österreichischen Skiverbandes trat und die erfolgreichste Ära im heimischen Skisport einleitete. So viele Medaillen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen wie in den Neunzigerjahren hatten die alpinen und nordischen Skiläufer sowie die waghalsigen Springer nie zuvor eingesammelt. Schröcksnadel selbst brachte es als Skifahrer zu keiner Medaille. Seine hoffnungsvolle Pistenkarriere endete, bevor sie noch begonnen hatte: Seine Eltern bestanden darauf, dass die Schule absolute Priorität genießen müsse.

Der gebürtige Innsbrucker maturierte 1960, studierte anschließend Jus, brach das Studium aber nach seiner Heirat 1964 ab und versuchte sich als Unternehmer. Er kaufte einem Schweizer für umgerechnet rund 80.000 S (5814 EURO) die Weltlizenz für Pistenmarkierungen ab und gründete die Firma Sitour, die zum Zentrum seines späteren Firmenimperiums werden sollte.

"Keine Bank hätte mir damals auch nur einen Schilling für dieses Projekt gegeben", blickt der Selfmademan Schröcksnadel heute stolz zurück. Neben den reinen Pistenmarkierungen vertrieb er bald auch Orientierungstafeln für Skigebiete und Hotelinformationstafeln. Auch im Mediengeschäft mischt er kräftig mit. Das ORF-Wetterpanorama baute er zum Tourismus-und Wetter-TV-Kanal TW1 aus, an dem er und der ORF je 50 Prozent halten. Mit der Feratel AG begab er sich auf das Gebiet der integrierten Informations- und Reservierungssysteme für die Tourismusbranche und ist seit neuestem auch auf dem Weg zum führenden Content-Provider von Freizeit- und Tourismusinhalten für Internet, Medien und WAP.

Heute ist Schröcksnadel längst Euro-Millionär. Seine Tätigkeit als ÖSV-Präsident stuft er in die Kategorie Hobby ein. (gb)

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