Kalifornien: Suche nach Brandstiftern

29. Oktober 2006, 19:33
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Brände breiten sich trotz Großeinsatzes der Feuerwehr aus - 16.000 Hektar Land vernichtet - Vier Tote

Los Angeles - Trotz eines Großeinsatzes von 2000 Feuerwehrleuten, hat sich die tödliche Feuersbrunst in Südkalifornien weiter ausgebreitet. Das Feuer im hügeligen Hinterland von Palm Springs vernichtete nach Angaben der Forstbehörde schon 16.000 Hektar Land. Am Freitagabend (Ortszeit) war es erst zu 25 Prozent eingedämmt. Zehn Häuser wurden zerstört, weitere 500 Gebäude seien akut bedroht, hieß es in Medienberichten. Hunderte Anwohner waren dem Aufruf der Polizei gefolgt, die dünn besiedelte, nur über Bergstraßen zugängliche Region zu verlassen.

Vier Feuerwehrleute waren am Donnerstag ums Leben gekommen, als sie von den rasch um sich greifenden Flammen eingezingelt wurden. Ein 23 Jahre alter Kollege schwebte am Freitag mit schwersten Verbrennungen weiter in Lebensgefahr. Die Ärzte stuften die Überlebenschancen des Mannes als "sehr gering" ein.

Umfangreiche Fahndung

Die Polizei führt das Feuer auf Brandstiftung zurück, allerdings gab es noch keine Festnahmen. Gouverneur Arnold Schwarzenegger kündigte eine umfangreiche Fahndung und eine harte Bestrafung der Täter an. Der Staat und andere Stellen haben insgesamt eine halbe Million Dollar (etwa 393.000 Euro) für Hinweise zur Festnahme der Brandstifter ausgesetzt.

Die gefürchteten Santa-Ana-Winde, trockene Winde aus den östlichen Wüstengebieten, fachten die Feuersbrunst weiter an. Mit einem Abflauen der Böen wurde erst am Sonntag gerechnet. Das heiße, trockene Wetter sollte weiter anhalten.

Schwarzenegger hatte bereits am Donnerstag für den betroffenen Bezirk den Notstand ausgerufen. Am Regierungssitz in Sacramento wurden die Fahnen zum Gedenken der getöteten Feuerwehrleute auf Halbmast gesetzt.

Vor genau drei Jahren wurde der Westküstenstaat von den schwersten Walbränden in seiner Geschichte heimgesucht. Damals kamen 24 Menschen ums Leben, über 3000 Häuser brannten ab. 14.000 Feuerwehrleute waren wochenlang im Einsatz. Einer von ihnen starb bei der Brandbekämpfung.

Wald- und Buschbrände hatten im September im Nordwesten von Los Angeles bereits tausende Hektar Land vernichtet. Seit Jänner wurden knapp vier Millionen Hektar Wald vernichtet - mehr als je zuvor in den Jahren seit 1960, als mit der Statistik begonnen wurde. Während Kalifornien unter den Bränden leidet, brach in Teilen des Bundesstaates Colorado am Donnerstag über Nacht der Winter aus und sorgte für einen halben Meter Neuschnee. (APA/dpa)

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