"Man ist ja schon auch eitel"

Redaktion
27. Oktober 2006, 21:18
  • Zur Person
Heinz Kammerer (58) hat mit Teppichen und Fliesen ("Ikera") gehandelt, bevor er vor 13 Jahren die Weinhandelskette Wein & Co gründete. Der Sammler moderner Kunst sagt, es käme ihm nicht aufs Produkt an, ihn interessiere "die Frage, wie ich Menschen dazu bringen kann, dass sie das machen, was ich will, aber aus Eigenem". Bei Ikera schaffte der Betriebswirt mit Faible für Literatur und Philosophie den Durchbruch nie, Wein & Co schreibt seit Kurzem Gewinne.
Der Vater zweier Kinder hat die Getränkesteuer erfolgreich bekämpft, gilt als Vorkämpfer längerer Öffnungszeiten im Handel. Österreich hält er teilweise für einen "konfiskatorischen Beamtenstaat".
    foto: standard/hendrich

    Zur Person
    Heinz Kammerer (58) hat mit Teppichen und Fliesen ("Ikera") gehandelt, bevor er vor 13 Jahren die Weinhandelskette Wein & Co gründete. Der Sammler moderner Kunst sagt, es käme ihm nicht aufs Produkt an, ihn interessiere "die Frage, wie ich Menschen dazu bringen kann, dass sie das machen, was ich will, aber aus Eigenem". Bei Ikera schaffte der Betriebswirt mit Faible für Literatur und Philosophie den Durchbruch nie, Wein & Co schreibt seit Kurzem Gewinne.
    Der Vater zweier Kinder hat die Getränkesteuer erfolgreich bekämpft, gilt als Vorkämpfer längerer Öffnungszeiten im Handel. Österreich hält er teilweise für einen "konfiskatorischen Beamtenstaat".

Wein & Co-Gründer Heinz Kammerer zieht sich zurück. Im STANDARD-Gespräch erzählt er, wie er vom Teppich-Popstar zum Weinhändler wurde

Heinz Kammerer, Gründer von Wein & Co, zieht sich zurück. Vorher erzählte er Renate Graber, warum er nicht mehr "Haxlstellen" will, wie er vom Teppich-Popstar zum Weinhändler wurde – und dass unser Universum auch nur ein "Kohlensäureblaserl" sein könnte.

***

STANDARD: Sie haben gerade zum vierten Mal geheiratet und Wein & Co erneut umstrukturiert. Es besteht jetzt aus vier Divisionen mit je einem Chef, und Sie wollen sich aus dem Operativen zurückziehen. Das haben Sie schon oft gesagt, sogar schon Verkaufsgespräche geführt. Ist es jetzt ernst?

Kammerer: Sie treffen mich offenbar immer, wenn ich mich sehr ärgere. Jetzt tragen die, die immer schon die Arbeit gemacht haben, eben auch noch die Verantwortung. Das funktioniert, so macht es mir Spaß, so mache ich gern weiter. Und aus dem Verkauf wurde nichts, weil ich meinen wahrscheinlich zu hohen Preis nicht bekommen habe.

STANDARD: Ihr Umsatz ist zuletzt um zwölf Prozent gestiegen. Das kann Sie nicht ärgern.

Kammerer: Nein, das läuft super, wir setzen 32 Millionen Euro um, die Gewinnprognose liegt bei 940.000 Euro. Aber ich habe erkannt, dass man es umgekehrt tun muss: zurückziehen, wenn es gut geht. Und natürlich ist die private Konstellation auch von Bedeutung. Ich habe noch 15, 20 Jahre vor mir, und will so fit bleiben wie Heinrich Treichl, er ist mein Vorbild.

STANDARD: Da brauchen Sie noch 35 Jahre, Treichl ist 93. Nicht ausweichen: Gehen Sie?

Kammerer: Ich habe mich schon aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, um das Unternehmen besser steuern zu können. Ich reise viel, komme mit neuen Ideen zurück, sodass meine Mitarbeiter ganz nervös werden und fragen, was der Alte jetzt wieder will.

STANDARD: Was will er?

Kammerer: Zum Beispiel die Wein-Outlets. Die Österreicher kaufen keine älteren Jahrgänge, keine Flasche mit beschädigten Etiketten oder Kapseln. Dort verkaufen wir das um die Hälfte. Wir könnten noch drei Schnäppchen-Outlets machen, eines vielleicht in Vorarlberg, für die Schweizer Sparer. Und unsere drei Gastronomie-Filialen in Wien gehen wie die Hölle, aus denen könnten schon zehn werden.

STANDARD: Warum um Himmels willen kaufen die Österreicher keine alten Weine?

Kammerer: Die österreichischen Weine waren früher nicht sehr haltbar, und das ist noch immer in ihren Köpfen.

STANDARD: Sie haben 1993 mit Wein & Co begonnen und sechs Filialen aufgesperrt, heute sind es 15. Sie wollten aber mehr: Marktführerschaft in Zentraleuropa, in den Osten expandieren, nach Schanghai. Warum wurde aus all dem nichts?

Kammerer: Ich war immer auf der Suche nach der richtigen Betriebsgröße, habe sie noch nicht gefunden. Im Osten sind wir an den Immobilien-Preisen gescheitert, außerdem fehlt dort der Mittelstand: Es gibt ein paar reiche Oligarchen und Ex-Patriots, hinter denen sind alle her. Da haben wir es lieber gelassen, obwohl ich mich gefragt habe, wie ich das kommunizieren soll. Man ist ja schon auch eitel und von den Medien Getriebener.

STANDARD: Eitel. Tatsächlich?

Kammerer: Sicher, das wirkungsästhetische Kalkül wohnt mir noch immer inne. Die Eitelkeit ist aber auch eine enorme Triebfeder. Eigentlich ist sie die hässliche Schwester der Unsicherheit: Man ist unsicher, will "es allen zeigen", oder man wird depressiv. Also reagiert man auf seine Unsicherheit entweder mit Expansion – oder mit Depression.

STANDARD: Wie reich sind Sie mit Ihrer Depressionsvermeidung geworden? Sie haben eine der größten Art-Brut-Sammlungen Österreichs...

Kammerer: ... ein bisserl was ist zusammengekommen. Aber außer diesem Haus hier und meinen Bildern habe ich nichts.

STANDARD: Bitte, Sie wohnen in einem Riesenhaus, sammeln Kunst – und predigen gern, Sie wollten sich von Ihrem Besitz "freispielen, loslassen". Die ganz normale Schizophrenie?

Kammerer: Wieso? Meine Bilder sind nichts anderes als die Bewegungsspuren meiner Freunde: Franz Ringel, Kurt Kocherscheidt, Walter Navratil, die Gugginger. Ein paar hundert Bilder, die nicht konvertibel sind. Meine Sammlung hat keinen Markt, bis auf Ringel und Kocherscheidt und die Gugginger Johann Hauser, August Walla und vielleicht Oswald Tschirtner. Wobei das eh keine Rolle spielt, weil ich nicht verkaufe. Glauben Sie‘s mir, oder nicht: Ich führe ein bescheidenes Leben: Ich gehe in meine Bar essen...

STANDARD: ... wie Karl Wlaschek. Er geht in sein Café Central und bestellt dort das Einser- oder Zweier-Menü ...

Kammerer: ... genau, ich esse auch immer das Menü! Wir haben ja eine tolle Küche. Aber ich versuche jetzt weniger zu essen, mich mehr zu bewegen. Für meine Hochzeit hat mir übrigens ein Freund eine jüdische Hochzeitskapelle geschenkt, wir haben eine halbe Stunde lang durchgetanzt. Juden feiern viel besser als Katholiken. Meine Mutter war katholisch, sie hat geglaubt, das ist ein Geschäft: Man muss sich nur gut aufführen und kommt dafür in den Himmel.

STANDARD: Was glauben Sie?

Kammerer: Es gibt kein Geschäft. Wobei ich aber schon glaube, dass man Menschen gut behandeln soll. Aber das geht im Geschäftsleben nicht immer, deswegen möchte ich auch gern raus, dieses Haxlstellen, Übervorteilen, schneller, besser, listiger, brutaler sein ist in der Jugend leichter. Ich will das alles nicht mehr.

STANDARD: Sie haben einmal gesagt, es mache sich gut in einem Lebenslauf, sich für Kunst zu interessieren. Alles Kalkül?

Kammerer: Wann hab’ ich das gesagt? Ich habe mich seit dem Studium für Kunst interessiert, weil der Besitzer der Diskothek Atrium, damals mein verlängertes Wohnzimmer, Ausstellungen gemacht hat. Ich lernte Galeristen und Künstler kennen, und den Maler Walter Navratil, meinen leider verstorbenen Lebensmenschen. Über ihn und seinen Vater Leo kam ich zu den Gugginger Künstlern. Ich war damals ein sozialer Underdog, meine Eltern waren Mittelständler, Kultur hat keine Rolle gespielt bei uns. Das Äußerste war eine Hans-Moser-Platte. Für mich war es eine Herausforderung, in diese schillernde Gesellschaft aufgenommen zu werden. Ich war ein Aufsteiger. Aber: Ich habe mir alles selbst geschaffen.

STANDARD: Sie haben bei Teppich-Eybl begonnen: Wieso von Teppichen zu Wein?

Kammerer: Ich kam über einen Freund zu Eybl, nach einem Jahr hat man mich nach England geschickt, wo ich österreichische Teppiche verkaufen sollte. Das war wie Eulen nach Athen tragen, weil unsere Teppiche doppelt so teuer und hässlich waren wie die britischen. Ich habe dann den Spieß umgedreht und englische Teppiche in Österreich und der Schweiz verkauft. Ich war ein Teppich-Keiler, war aber mit meinen in Fliesenmustern bedruckten Teppichen für Küchen und Vorzimmer der Popstar der Branche.

STANDARD: Klingt witzig, aber Sie wollten zum Wein kommen.

Kammerer: Das hat schon viel früher begonnen. Mein Vater hatte im Yspertal eine Produktion für Bastlerbedarf, beim Heimfahren haben wir immer bei F. X. Pichler Wein gekauft, heute der berühmteste Winzer Österreichs. Ich wurde praktische mit Dopplern von Pichler aufgezogen. Für Wein habe ich mich seit den 70ern interessiert, 1993 hatte ich rund 10.000 Flaschen gesammelt. Und gründete Wein & Co, weil ich mit dem Wein etwas Vernünftiges tun musste.

STANDARD: Sie haben hingebungsvoll Getränkesteuer und Ladenschlusszeiten bekämpft. Bei der Steuer haben Sie am Europäischen Gerichtshof gewonnen, haben Sie Ihre fünf Millionen Euro je bekommen?

Kammerer: Nein, derzeit ist der Verwaltungsgerichtshof am Zug. Und zu den Öffnungszeiten: Die wurden nachträglich vom Gesetzgeber bestätigt, wir haben in den drei Wiener Bar-Filialen völlig legal jeden Tag bis 24.00 Uhr offen.

STANDARD: Weintrinken, Weinkennen und Darüber-Reden ist modern geworden. Haben Sie dazu beigetragen?

Kammerer: Durch den EU-Beitritt haben die Österreicher ausländische Weine kennen gelernt, ihren Geschmack und höhere Ansprüche entwickelt. Wir haben ja nicht die Trinker im Visier, sondern Leute, die sich mit dem Genussmittel Wein auseinandersetzen. Wein ist eine schöne Sache, das sieht man schon daran, dass es überall, wo er wächst, schön ist. Nehmen Sie nur die Wachau, Südsteiermark, Toskana oder das Burgund.

STANDARD: Stichwort Toskana: Da gab es ja die Toskana-, die Brunello-Fraktion. Gusenbauer redet gern über Wein ...

Kammerer: ... und warum soll das furchtbar sein? Jeder Bankdirektor wird bewundert, wenn er eine Flasche Wein aufmachen kann. Nur weil Gusenbauer Politiker ist, steht er gleich im Luxus-Eck, gilt als Vinothekar, der zufälligerweise auch Bundeskanzler wird. Aber das stört ihn eh nicht, er hat eine dicke Haut und langen Atem, wie man sieht. Herr Schüssel wird noch schauen.

STANDARD: Sie sind offenbar gegen die große Koalition.

Kammerer: Ja, aber für die kurze Koalition: Sie soll nur das Mehrheitswahlrecht und Neuwahlen beschließen. Es kann nicht funktionieren, wenn zwei kooperieren müssen, deren Ziele diametral auseinanderlaufen. Von der ÖVP treffe ich weinmäßig übrigens kaum wen, bis auf Günther Stummvoll. Vor meiner Zeit war das anders, bei ÖVP-Politikern wie Leopold Figl, aber die waren eher Mengentrinker

STANDARD: Die Reblaus bringt nichts, was müsste man den Koalitionsverhandlern geben, zum Weichwerden?

Kammerer: (lacht) Vielleicht Absinth.

STANDARD: Macht aber blind.

Kammerer: Längst nicht mehr. Es gibt sehr guten, aus Wien.

STANDARD: Wenn Sie jetzt weniger arbeiten, was machen Sie mit der gewonnenen Zeit? Sie wollten immer Flaubert und Turgenjew lesen. Schon getan?

Kammerer: Flaubert habe ich schon verschlungen, feine, gefühlvolle Geschichten. Turgenjew war mir zu schwermütig, dafür habe ich Bulgakow entdeckt. Wunderbar! Meine Konstante ist Ludwig Wittgenstein, er mit seiner Fähigkeit, komplexeste Dinge klar in Sprache umzusetzen. Das ist so ein Genuss beim Lesen, da sage ich mir dann: "Mein Gott, das habe ich schon so oft versucht zu denken." Es wird einem ja auf alle möglichen Arten versucht zu erklären, was wir da auf dieser Welt sollen. Was mir bei Wittgenstein so angenehm ist, ist die Erkenntnis, dass wir das eben nicht wissen und wir uns damit abfinden sollen. Das Mystische ist der Nebel, und der Sinn der Welt liegt außerhalb ihrer.

STANDARD: Und haben Sie sich schon damit abgefunden?

Kammerer: Absolut, zumal ich gut im Verdrängen bin. Verdrängung ist eine Überlebenshilfe, die nicht hoch genug geschätzt werden kann. Da muss ich Freud widersprechen.

STANDARD: Schlussfrage: Worum geht es im Leben?

Kammerer: Um nichts Besonderes. Der Mensch ist in Relation zur Existenz der Welt ein Nichts, wir müssen uns mit unserer Bedeutungslosigkeit abfinden. Vielleicht ist unser Universum überhaupt nur ein Kohlensäureblaserl in einer Mineralwasserflasche, und irgendwer hat die Flasche noch gar nicht aus dem Keller geholt. Wir Menschen haben ja null Ahnung, sind die größten Spekulanten, die es gibt. Aber trotzdem gefällt es mir hier sehr gut. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.10.2006)

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Ich kenn ihn persönlich und ich mag ihn.

ex-patriots

möglich wäre ja die lieben expatriates mit "ex-patriots" zu bedrohen um sie zu mehr weinseeligkeit anzuregen....

natuerlich kann man besser beim erzeuger kaufen, aber wein & co ist eine echte bereicherung ...

...und der herr kammerer war eben zur richtigen zeit am richtigen ort.

jetzt hat er halt kohle, kann nicht loslassen und schmueckt sich dafuer mit kunst wie kika-koch, steuerhinterzieher-androsch, cashman-liaunig, baumax-essl, bawag-elsner und die anderen unersetzlichen schickimikis...

Ex-Patriots??

manchmal ist journalist sein schwer - Deutsch muss man können, und dann auch noch Englisch...oder geht es hier um Ex-Raketen aus den USA??

wäääu min henddi kommas hoid ned audscheckn und mia homs äh guggld, ob nixgfundn...

ver wegen bescheiden

uralte Geschichte; der alte Kriegsherr kehrt vom Schlachtfeld der Moral heim an den beschaulichen! Herd und nimmt das Daodejing in die Hand, ins Herz passts ja nicht mehr rein. Von wegen bescheiden - der will ja nur nichts spenden

Wein & Cotz

Genau so wie er grausliche Teppiche nach England verklopfen wollte will er im Weinland Österreich kalifornischen Zinfandel Schwachsinn oder chilenische
Anti-Cabernet Sauvignons um horrende Preise an die
Wannabe-Sommeliers verkaufen. Wenn es ihm gelingt - mir solls recht sein, mir ist es eh lieber dass die Schnösel daheim vor dem Fake-Kamin geniesserisch mit den Kennerlippen schmatzen, da haben wir einfacheres Volk endlich eine Ruh' beim Heuriger...
Moser im Herzen, Wittgenstein im Hirn !

da fahr ich lieber ins burgenland. hab heute zwar nicht beim wein zugeschlagen, aber der frische traubensaft ist einfach lecker. 1,50 der liter. beim wein&co mit einem bunten etikett versehen würde der spaß 4 euro kosten.

was, echt? produkte sind beim erzeuger billiger als im geschäft? staun. staun.

... und für den Shiraz flieg ich nach Australien ?

dagegen ist der traditionelle österreichische doppelliter marke "musketier" natürlich ein hochgenuss!

Mitarbeiterführung und Preisgestaltung sind eine Sache.

Aber die Auswahl, die Wein & Co biete, ist recht gut; wenn man bedenkt, daß das ja sowas wie ein Supermarkt ist, sogar sehr gut.

Mitarbeiterführung und Preisgestaltung sind eine Sache.

Bei der Preisgestaltung gebe ich Ihnen recht.

Bei der offensichtlichen Mitarbeiter-Führungs-Kompetenz werde ich ungemütlich, vor allem wenn man diesen Herrn in einem ganzseitigen (!!!) Interview in dieser Zeitung mehr oder weniger als Vorzeigeunternehmer vorstellen möchte.

Aber als - kostenlose - Selbstvermarktung des Herrn Kammerer nicht schlecht.

wein trinken und wasser predigen

Ich habe zwei Monate lang im Wein & Co gearbietet - für 8.000 Schilling. Die überforderte Filiallaiterin hat ihren aufgesammelten Frust unmotiviert an mir abgelassen; gelackte Schnösel-Kunden ihre Arroganz heraushängen lassen, und der Herr Kammerer hat mich bei seinen Visiten regelmäß rangeschnauzt. Am 24. Dezember war es selbstverständlich, dass wir nicht um 17 Uhr Schluss gemacht, sondern gewartet haben, bis der letzte Kunde, der zwar viel Geld aber offenbar keine Familie hatte, sein letztes Glas Wein getrunken hat, während zu Hause Frau und Kinder auf mich gewartet haben.
Vom Herrn Kammerer zu lesen: "ich führe ein bescheidenes Leben" und "man muss Menschen gut behandeln" - das tut weh!

Wasser predigen, Wein trinken...

Lieber Flussregenpfeifer! Dein zweimonatiges Zwischenspiel bei Wein&Co in Ehren: Es hat dich doch hoffentlich niemand mit gezücktem Messer gezwungen, für Herrn Kammerer tätig zu werden, oder? Außerdem handelt es sich bei Wein&Co zu allererst um einen Wein-Supermarkt, auch wenn das Engagement von ebensolchem Personal offenbar das genaue Gegenteil signalisieren soll... - Ich gebe zu bedenken, dass die Masse der österreichischen (Wein)Trinker sich per definitionem für Weinkenner hält, Wein muss berauschen, darf aber - wenn überhaupt - nur sehr wenig kosten. (Das ist ein wenig wie mit der Nationalelf...) - Keinem im Handel Tätigen wird es zu Weihnachten besser ergangen sein als dir, ob du nun Frau und Kinder zu Hause hast, oder nicht.

Ich finde es sehr bezeichnend, daß manchen Leuten

hier in Österreich nur einfällt, "man solle sich schleichen" oder "man sei ja nicht mit vorgehaltener Pistole gezwungen worden" bei einem Arbeitgeber zu arbeiten, wenn sich jemand über die Verhältnisse hier im Land aufregt oder über die rüden, unprofessionellen und launenhaften Verhaltensweisen von flegelhaften Chefs.

blödsinn. der charadrius hat nicht das system angegriffen, sondern hat weich rumgeraunzt, da ist schon ein bisserl ein unterschied. wenn man's seelisch und moralisch nicht aushält, arbeitnehmer zu sein, muss man halt selbständig werden.

Rot für das Wort "Blödsinn"

nur weil es anderen zu weihnachten auch nicht besser geht, heißt es nicht das es gut ist oder? so hab ich das bei ihnen nämlich raus gelesen.

unterhaltsames interview

... dürfte eine interessante Person sein, nur sein Business mag ich nicht, hat sowas von "tschechern salonfähig machen". Ist ihm und der ganzen "das ist aber ein feiner Tropfen, wir kennen uns nämlich aus, wir sind Genießer" Fraktion bisher ganz gut gelungen. Ich glaub zwar nicht, dass vor seiner Zeit die Leute weniger getrunken haben, aber halt eher heimlich und diskret. Heute kannst kaum mehr in ein Restaurant gehen ohne das ein ziemlich betrunkener "Wein Kenner" lallend den edlen Tropfen und all seine Attribute in den Himmel lobt und dabei alle 20sec verkostet.

haben sie das in einem film gesehen? oder hat ihnen das ein guter freund erzählt?

"..heute kannst kaum mehr in ein Restaurant gehen......."

Na servas, Sie verkehren in Lokalen.;)

Genau

das habe ich mir auch gedacht ...

Auch wenn der Herr von Wittgenstein nichts verstanden hat, so scheint er doch relativ sympathisch zu sein. Wein & Co ist es ja eher nicht.

Mit Fliesenhandel gescheitert und jetzt mit dieser Bobo-Scheisse erfolgreich ?

Die Zukunft wird es weisen.

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