US-Armee: 43 Tote bei Gefecht

30. Oktober 2006, 14:24
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24 Polizisten, 18 Extremisten und ein irakischer Zivilist getötet - Schiiten-Schreine zerstört

Bagdad/Kairo - Bei einem Gefecht in der irakischen Kleinstadt Chan Bani Saad sind nach Darstellung der US-Armee 43 Menschen ums Leben gekommen. Das amerikanische Militärkommando teilte am Freitag mit, Aufständische hätten in der nordöstlich von Bagdad gelegenen Ortschaft am Donnerstag irakische Polizisten angegriffen. Diese hätten daraufhin Unterstützung von den US-Truppen erhalten.

Nach amerikanischen Angaben starben 24 Polizisten, 18 Extremisten und ein irakischer Zivilist. Sieben Polizisten und acht Aufständische seien bei den Kämpfen verwundet worden. Laut US-Armee nahmen die irakischen Sicherheitskräfte und die amerikanischen Soldaten insgesamt 27 Aufständische gefangen. Auf Seiten der US-Truppen habe es keine Opfer gegeben, hieß es.

Vorwürfe

Ein Mitglied der schiitischen Dawa-Partei von Regierungschef Nuri al-Maliki warf der US-Regierung in einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Hayat" vor, sie schwäche Al-Malikis Position, indem sie ihm Zugeständnisse an die Aufständischen abverlange. Ein Karikaturist der Zeitung stellte den irakischen Regierungschef am Freitag als ratlosen Mann dar, der zwischen den schiitischen Milizen und US- Präsident George W. Bush eingekeilt ist.

Extremisten sprengten am Freitag im Nordirak zwei Heiligenschreine der Schiiten in die Luft. Wie die Polizei in Kirkuk berichtete, zerstörten sie in der 220 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Dakuk den Schrein des Scheichs Ismail und den Schrein des Scheichs Mahasin. Ein Polizeisprecher machte sunnitische "Extremisten, die andere zu Ungläubigen erklären" für die Anschläge verantwortlich. Tote oder Verletzte gab es nicht.

In der Stadt Dakuk, die bisher weitgehend vom Terror verschont geblieben war, leben sowohl sunnitische als auch schiitische Araber, sowie Kurden und Turkmenen. Ein Anschlag auf zwei bedeutende schiitische Schreine in der Goldenen Moschee der nordirakischen Stadt Samarra hatte im vergangenen Februar eine Welle von Gewalt und Gegengewalt zwischen irakischen Schiiten und Sunniten ausgelöst. (APA/dpa)

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