Zellhofer will Einstandssieg

28. Oktober 2006, 21:02
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Austria-Trainer vor dem Spiel am Samstag gegen Wacker Tirol: "Es geht nur übers Kollektiv" - General-Manager Parits änderte Prämien-System

Wien - Am 18. Februar hat Georg Zellhofer das erste Pflichtspiel als Rapid-Trainer daheim gegen SV Mattersburg 2:0 "gewonnen". Einen Erfolg wie damals sehnt der Oberösterreicher jetzt auch für sein Debüt als Feldherr von Austria Magna am Samstag im Horr-Stadion gegen Wacker Tirol, den Tabellenvierten der Fußball-Bundesliga, herbei. "Es müssen drei Punkte eingefahren werden", appellierte der Schinkels-Nachfolger.

"Erstes Ziel ist der Erfolg"

Der 46-jährige hofft natürlich daneben, dass der in die sportliche Krise und auf den letzten Platz geschlitterte Double-Gewinner vor dem schweren UEFA-Cup-Gang zu Ajax Amsterdam (Donnerstag, 20.45 Uhr) eine gute Leistung zeigt und als Team auftritt. "Erstes Ziel ist der Erfolg. Es geht nur über das Kollektiv und nicht darum, dass sich einzelne in den Vordergrund spielen. Es ist nicht fünf vor, sondern schon fünf nach Zwölf."

Seine Truppe müsse in den restlichen neun Liga-Spielen Charakter zeigen und die Möglichkeit schaffen, um dann mit einer guten Vorbereitung und Transfers im der Winterpause das Schiff im Frühjahr wieder auf Kurs zu bringen. "Die Spieler müssen das kapieren, sie stehen in der Verantwortung, in der Pflicht. Alle müssen mitziehen. Wer das nicht tut, hat keinen Platz bei uns", erklärte Zellhofer, der in den vergangenen turbulenten Tagen keine Zeitungen gelesen hat.

"Alle sind mit Eifer dabei"

Er konzentrierte sich vielmehr auf seine Arbeit. "Alle sind mit Eifer dabei, die Trainings waren in Ordnung. Bereitschaft, Leidenschaft, Laufwillen und Herz - das müssen alle immer mitbringen", meint der Trainer, der derzeit keine großen Änderungen vor hat. Er wird daher jenes System wählen, dass der Mannschaft passt und nicht die Mannschaft in ein System zwängen. Letzteres gehe gar nicht in drei, vier Tagen. Er hielt außerdem fest, dass ihm ein "Häuptling Blanchard auf dem Platz zu wenig ist, sondern sich jeder einbringen muss."

"Austria hat Qualität, ich muss die Stärken in den nächsten Wochen herauskitzeln", so Zellhofer, der Ausreden und das Jammern ab sofort nicht gelten lässt, nachdem die Prämienfrage aus der Welt ist. Der neue General Manager Thomas Parits hat sie in einer halben Stunde erledigt und ein "Zuckerl" ausgepackt. Sollten Wallner und Co am Ende des Herbstdurchganges unter den ersten Sechs rangieren, gibt es ab dem Tirol-Spiel im Nachhinein je nach Platzierung prozentuell Prämien. Bis jetzt hat es selbst für einen Sieg keinen Cent gegeben, wenn der Verein nicht unter den Top Sechs aufschien.

"Als Meister Letzter zu sein, ist eine enorme Belastung"

"Natürlich war das auch ein Faktor für die Unzufriedenheit und eine Kopfsache", glaubt Parits, der an den berühmten Trainereffekt und auf das Teamwork hofft: "Wir können nur als Mannschaft gewinnen, wir müssen alle zusammenhalten. Es muss Ruhe reinkommen, wir von da unten rauskommen - das würde auch befreiend wirken. Als Meister Letzter zu sein, ist eine enorme Belastung", meint der 60-jährige Burgenländer und ruft die Anhänger zum Kommen auf: "Wir brauchen in dieser Situation jeden Fan!"

Daher führt der Verein auch eine Aktion für das Samstag-Spiel durch. Jedes Außerordentliche Mitglied, alle Jugend-Mitglieder und alle "Violetten Löwen" erhalten zwei Freikarten. Zellhofer richtet einen Appell an den "zwölften Mann": "Die Mannschaft benötigt die volle Unterstützung. Es geht um die Austria und sonst um nichts. Es muss der Funken überspringen und die Mannschaft etwas zurückgeben", meint der Welser, der außer dem normalen Nervenkitzel und der Spannung keinen Unterschied zu seiner Rapid-Premiere spürt.

Straka wäre mit Punkt zufrieden

Der Neo-Trainer erwartet "Tiroler, die keinen Millimeter Boden herschenken" werden. "Es wird für uns ganz schwer, immerhin spielen wir gegen den amtierenden Meister. Ich wäre mit einem Punkt zufrieden. Dass die Austria momentan Letzter ist, ist mir völlig egal. Das macht sie nur noch gefährlicher", sagt Wacker-Coach Frantisek Straka, der auf Konter spielen lassen will, aber auf Schrott wegen Leistenbruchs (Operation Montag) zwei bis drei Wochen verzichten muss. (APA)

SAMSTAG:

  • Austria Magna - FC Wacker Tirol (Horr-Stadion, 18:30 Uhr, SR Dietmar Drabek). Saisonergebnisse 2005/06: 2:2 (a), 0:0 (h), 2:0 (a), 2:1 (h); 2006/07: 1:1 (a)

    Austria: Safar - Ertl, Tokic, Hill, Troyansky - Schiemer/Wimmer, Kiesenebner, Blanchard, Lasnik - Vachousek - Wallner/H. Aigner. Ersatz: Ten Rouwelaar - Metz, Dos Santos, Netzer, Mila, Ulmer Es fehlen: Pichlmann (Bänderriss im Knöchel), Schragner (Aufbautraining nach Entzündung der Bauchmuskulatur), Radomski (Seitenbandzerrung im Knie), Schicker (verletzt)

    Wacker: Pavlovic - Mimm, Knabel, Feldhofer, Windisch - Hölzl, Grüner, Kolousek, Gruber, Mader - Masek. Ersatz: Planer - Schreter, Aganun, Brzeczek, Saltuari, Martin Dollinger Es fehlen: Hattenberger (gesperrt), Schrott (Leistenbruch), H. Eder (Knieprobleme)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Georg Zellhofer will eine Reaktion der Mannschaft sehen.

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