Ein Sitz der Götter?

    27. Oktober 2006, 18:00
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    Der Ringkogel bei Hartberg fasziniert Archäologen, Esoteriker – und Wanderer

    Auf dem Ringkogel bei Hartberg fanden die Archäologen eine der bedeutendsten urgeschichtlichen Siedlungen der Steiermark. Bereits bei den ersten Grabungen im Jahre 1894 machten die Wissenschafter bedeutende Entdeckungen. Der Name des Berges stammt auch von einem mächtigen Ringwall, der offensichtlich in der Hallstattzeit errichtet worden ist. Wie lange das kleine Gipfelplateau besiedelt war, ist unbekannt, jedenfalls kamen auf dem Berg auch Ziegel aus der römischen Zeit zum Vorschein. Möglicherweise bestand bis zum frühen Mittelalter eine kleine Befestigung. Die Römer hinterließen in der Region viele Spuren, besonders bekannt ist die Villenanlage im benachbarten Löffelbach, deren Reste auch konserviert wurden.

    Esoteriker wollen einen besonderen Energiefluss entdeckt haben, der sich von der Erhebung ins Tal ergießt und eine positive Wirkung auf die Bewohner ausüben soll. Manche halten den Berg sogar für einen Sitz keltischer Götter.

    Strafe für Orgien

    Es kommt offensichtlich im Gipfelbereich des Ringkogels immer wieder zu verbotenen Grabungen. Ob nach den angeblich versunkenen Schätzen oder nach Gegenständen aus der Keltenzeit gesucht wird, bleibt ungewiss.

    Der Sage nach trieben es die Ritter auf dem Ringkogel besonders arg. Als sie sogar in der Christnacht eine Orgie feierten und nackt tanzten, kam eine furchtbare Strafe über sie: Das Schloss samt seinen Bewohnern und deren Schätzen versank im Boden. Auch auf der Spielstatt knapp unterhalb des Gipfels ging es angeblich recht frevelhaft zu, weshalb das dortige Wirtshaus ebenfalls spurlos versank.

    Leicht und lohnend

    Die – heute noch vorhandene – Aussichtswarte ist leider um diese Jahreszeit geschlossen, doch hat man von etlichen freien Flächen eine gute Sicht in die Wechselgegend und zum steirischen Hügelland.

    Die Runde ist insgesamt reizvoll, und vor allem der Anstieg durch den Waldtobel der Brühl lohnt die – ohnedies geringen – Mühen.

    Die Route: Von der Stadtmitte Hartbergs wandert man durch die Brühlgasse und erreicht am Rande des verbauten Gebietes die gelbe und rote Markierung, die durch die Brühl führt. Nach einem Waldstück gelangt man zu einer Straße und zur Spielstatt. Nach der Hubertuskapelle zweigt der Weg nach rechts ab, auf der gelben Markierung geht es zum Gipfel und zur Warte. Gehzeit ab Hartberg 1½ Stunden.

    Beim Abstieg bleibt man auf der gelben Markierung, bei einer Weggabel wählt man den linken Ast, ebenso bei der nächsten Abzweigung. Nach dem Schöpferbankerl gelangt man zum Gasthaus Schreiner und kehrt dann über die Steinerne Stiege zurück nach Hartberg. Gehzeit ab Gipfel 1½ Stunden. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/28.10.2006)

    Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 450 m. Warte und Erfrischungshütte in der Wintersaison geschlossen. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 136 (Hartberg)
    • Artikelbild
      foto: steiermark tourismus
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