ForscherInnen berechneten "theoretischen Kaiserschnittbedarf"

28. Oktober 2006, 16:00
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Jährlich sterben bis zu 80.000 Frauen, weil sie keinen Zugang zu medizinischem Eingriff haben

London - In Entwicklungsländern sterben nach einer britischen Untersuchung jährlich bis zu 80.000 Frauen bei der Geburt, weil sie keinen Kaiserschnitt bekommen können. Vor allem in den armen Ländern Afrikas südlich der Sahara sowie in Bangladesch und Pakistan bestehe oft keine medizinische Möglichkeit für den lebensrettenden Eingriff, berichten ÄrztInnen im Medizinjournal "The Lancet" . Carine Ronsmans von der Tropenmedizinischen Hochschule London und KollegInnen hatten für die Studie die Kaiserschnittraten in 42 Entwicklungsländern analysiert.

"Theoretischer Kaiserschnittbedarf"

Diese variierte drastisch von Land zu Land. Basierend auf medizinischer Erfahrung gehen die WissenschafterInnen davon aus, dass in jeder Bevölkerung bei mindestens einem Prozent aller Geburten ein Kaiserschnitt nötig ist, um das Leben der Mutter zu retten. In allen Ländern mit einer niedrigeren Kaiserschnittrate errechneten die britischen ForscherInnen die Zahl der Schwangeren, die zu einer Quote von einem Prozent fehlen.

Daraus ergibt sich die Zahl von 80.000 Geburten pro Jahr, bei denen dieser theoretische Kaiserschnittbedarf nicht gedeckt werden konnte. Dies entspreche rund 15 Prozent der weltweiten Todesfälle von Müttern bei der Geburt. GesundheitspolitikerInnen und -organisationen sollten diese Daten dringend beachten, mahnt Ronsman. Die Reduzierung der Müttersterblichkeit um 75 Prozent bis 2015 ist eines der Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Als Ursache der Mangelversorgung nennen die MedizinerInnen vor allem wirtschaftliche Probleme. (APA/dpa)

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