"Verwechseltes" Unfallopfer kommt vor Gericht

29. Oktober 2006, 18:57
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Jugendlicher gab sich als bei einem von ihm verursachten Crash als sein toter Freund aus

Klagenfurt - Der 17-jährige Enis Memic, der nach einem schweren Autounfall Anfang Februar in Klagenfurt mit seinem - toten - Freund verwechselt und monatelang im Spital unter einem anderen Namen behandelt wurde, wird sich wegen des Unfalls vor Gericht verantworten müssen. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung".

Zu schnell und ohne Führerschein

"Der Jugendliche wird wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen angeklagt", sagte Kranz. Der in Ferlach lebende gebürtige Bosnier sei mit enorm überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen, obwohl er weder Führerschein noch ausreichende Fahrpraxis gehabt habe. Der Strafantrag ist laut Kranz bereits fertig gestellt, ein Termin für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest.

Enis drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 18 Monate Freiheitsstrafe. Da er noch Jugendlicher ist, kommt bei ihm die Strafhalbierung zum Tragen, bei Erwachsenen beträgt die Höchststrafe drei Jahre.

DNA-Analyse

Sein Fall hatte im Frühjahr großes Aufsehen erregt. Sein Freund war unter seinem Namen in Bosnien begraben worden, während er selbst unter der Identität seines verstorbenen Freundes im Spital behandelt und von dessen Eltern als Sohn besucht wurde. Erst Anfang Juni wurde die Verwechslung bekannt, eine DNA-Analyse bestätigte den Verdacht, Enis konnte einige Wochen später zu seinen richtigen Eltern nach Hause. Der Leichnam seines Freundes wurde exhumiert, nach Kärnten gebracht und dort unter seinem richtigen Namen ein zweites Mal bestattet. (APA)

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