Buchtipp: Kooperations-Ratgeber

7. November 2006, 06:00
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"Kooperationen flexibel und einfach gestalten" von Markus Dickerhof und Ulrich Gengenbach - ein kompakter, vielseitiger Kompass

Große Unternehmen lagern aus - Kleinbetriebe kooperieren. Welchen Nutzen Kooperationen einzelner Betriebe bringen, welche Risiken sie bergen, wie man sie anbahnt und worauf man dabei achtet, erklären Markus Dickerhof und Ulrich Gengenbach in ihrem Buch "Kooperationen flexibel und einfach gestalten".

Die Autoren beziehen den Großteil ihres Wissens aus der Praxis: Vor wenigen Jahren haben sie die Kooperation MicroWebFab, einen Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen der Mikrosystemtechnik, begleitet und mitgestaltet. Eigentlich sind sie als Projektleiter im Forschungszentrum Karlsruhe am Institut für angewandte Informatik tätig - umso mehr überrascht es, dass gerade sie der weit verbreiteten Ansicht wiedersprechen, für eine gelungene Kooperation brauche es vor allem die richtige Software und IT-Infrastruktur.

Längerfristig denken

Es gibt noch andere Faktoren, die laut Dickerhof und Gengenbach den Erfolg einer Kooperation beeinflussen. Einer davon sei das langfristige Denken der einzelnen ProjektpartnerInnen: "Ein permanentes Hinterfragen des Eigennutzes bei jedem Projekt führt über kurz oder lang zu einem Auseinanderbrechen der Kooperation." Wichtig sei, dass die Nutzenbilanz über einen längeren Zeitraum hinweg stimme - und man kurzfristigen Nachteilen gegenüber tolerant sei.

Vertrauen

Als wichtige Voraussetzung für ein längerfristig gelingendes Kooperationsobjekt nennen die Autoren das Vertrauen der einzelnen PartnerInnen. Auch Großunternehmen kooperieren - und sichern sich dabei in umfangreichen Verträgen ab. Kleinbetriebe ticken aber anders: Ihr Konkurrenzvorteil liegt in der höheren Flexibilität. Damit sie erhalten bleibt, brauche es das Vertrauen aller Beteiligten, so die Autoren. Misstrauen behindere die Weitergabe wichtiger Informationen - mit Lieferverzögerungen als mögliche Folge. Betriebe, die in direkter Konkurrenz miteinander stehen, werden somit schwerer erfolgreich miteinander kooperieren als andere.

Verträge sollten daher nur für das Grundsätzliche abgeschlossen werden. Wie solche Rahmenverträge gestaltet werden können, wird in der Fibel ebenso ausführlich besprochen wie die Verteilung der Aufgaben zwischen den einzelnen PartnerInnen und Abläufe in der Kommunikation. Jedem dieser Themenblöcke ist im Buch eine Checkliste gewidmet, die die Umsetzung in die Betriebspraxis erleichtern soll.

Allen UnternehmerInnen, die bereits ernsthaft daran denken, eine Kooperation einzugehen, geben die AutorInnen schließlich einen wichtigen Rat mit auf den Weg: Kooperationen brauchen Zeit. Je nach Branche könne es mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis ein Netzwerk wirklich funktioniert. (mas)

Markus Dickerhof, Ulrich Gengenbach: Kooperationen flexibel und einfach gestalten. Hanser Verlag, München 2006
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    bild: hanser verlag
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