Umstrittener australischer Großmufti macht Predigtpause

27. Oktober 2006, 19:59
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Bezeichnung von unverschleierten Frauen als "unbedecktes Fleisch" hatten für Kritik gesorgt

Sydney - Der höchste muslimische Geistliche Australiens, Sheik Taj Aldin al-Hilali, wird wegen seiner frauenfeindlichen Äußerungen die nächsten drei Monate keine Predigten mehr halten. "Wir sind alle der Ansicht, dass er sich ein wenig ausruhen soll", sagte der Vorsitzende des Verbands der muslimischen Libanesen in Australien, Tom Zreika, am Freitag nach einer Krisensitzung der verschiedenen Muslim-Verbände in Sydney. Ein Kollege betonte, der Großmufti werde sowieso bald auf Pilgerreise nach Mekka gehen.

Mehrheitsentscheidung

Zreikas Verband verwaltet die Moschee in Sydney, in der Al-Hilali predigt. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass keine schärferen Maßnahmen ergriffen wurden: Einige VertreterInnen der Muslimischen Gemeinde hätten es vorgezogen, wenn "mehr getan" worden sei, doch hätten sie sich der Mehrheitsentscheidung gebeugt.

"Unbedecktes Fleisch"

Al-Hilali hatte in einer Predigt während des Fastenmonats Ramadan Frauen ohne Schleier als "unbedecktes Fleisch" bezeichnet und ihnen vorgeworfen, durch ihr "provozierendes" Verhalten selbst für Vergewaltigungen verantwortlich zu sein. Seine Äußerungen lösten einen Sturm der Entrüstung aus. Premierminister John Howard forderten die Vertreter der verschiedenen muslimischen Verbände zu raschen Reaktionen auf, sein Gleichberechtigungsbeauftragte Pru Goward verlangte die Ausweisung Al-Hilalis. Unter dem Druck der Öffentlichkeit entschuldigte sich dieser am Donnerstag, versicherte aber gleichzeitig, seine Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben worden.

In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Aswat" wiederholte der 66-Jährige seine Entschuldigung und erklärte, er habe nur die Ehre der Frauen schützen wollen. Die Muslime hätten kein Recht, den australischen Frauen vorzuschreiben, wie sie sich auf der Straße oder am Strand kleiden sollen. (APA/AFP)

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    Sheik Taj Aldin al Hilali entschuldigte sich für seine Aussagen, betonte aber auch, dass diese aus dem Zusammenhang zitiert worden seien.
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