MuslimInnen mit bedrohter Autorin solidarisch

27. Oktober 2006, 19:01
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Morddrohungen auf islamistischer Website

Wien – Sie gilt als "Pionierin in Sachen Differenzierung und Aufklärung bezüglich Islam und Muslime", betont die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen. Für ihre wissenschaftliche Studie über die Rolle des Kopftuchs erhielt die nun bedrohte Autorin 2003 den Bruno-Kreisky-Preis.

Nicht zuletzt auch wegen ihres "einfühlsamen Umgangs, dem Respekt und der Hochachtung gegenüber muslimischen Frauen" bekundet die Initiative ihre Solidarität mit der Preisträgerin. Gegen die Autorin wurden jetzt wegen einer angeblichen Islamfeindlichkeit Morddrohungen bekannt.

Die gebürtige Oberösterreicherin soll eines von mehreren möglichen Opfern sein, die eine islamistische Homepage auflistet. Das Innenministerium hat aufgrund dieser Drohung der Kulturanthropologin Personenschutz angeboten. Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, teilte mit, dass die Bedrohte jedoch keine Überwachung wünsche. Deshalb seien andere Polizeimaßnahmen zu ihrem Schutz getroffen worden. Darüber wollte Gollia jedoch keine näheren Angaben machen.

Niemals habe sie "Muslime oder den Propheten des Islam beleidigt", sagen jetzt muslimische Österreicher und Österreicherinnen in Solidarität mit der Wissenschafterin. Deshalb haben sie ein entsprechendes Schreiben in Arabisch verfasst und in dasselbe Internetforum gestellt, in dem auch die Morddrohungen zu finden sind.

Die Muslimische Glaubensgemeinschaft schließt sich der Initiative inhaltlich an und warnt zugleich vor einem ständig wachsenden Problem: anonyme Drohungen im Internet. (ker, DER STANDARD, Print, 27.10.2006)

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