Feuersbrunst in Kalifornien: Polizei vermutet Brandstiftung

29. Oktober 2006, 18:55
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Vier Feuerwehrleute kamen ums Leben, 700 Menschen wurden evakuiert - Täter(n) droht Anklage wegen Totschlags

Los Angeles - Ein schnell um sich greifender Waldbrand hat am Donnerstag vier Menschenleben gefordert. Drei Feuerwehrleute starben, als die fünfköpfige Gruppe von den Flammen umzingelt wurde. "Sie rannten um ihr Leben ..., aber das Feuer holte sie ein", sagte Pat Boss von der US-Forstbehörde der "Los Angeles Times".

Ein Brandhelfer erlag später in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Ein fünfter Feuerwehrmann schwebte Donnerstagabend (Ortszeit) noch in Lebensgefahr. Das Löschteam war in einem abgelegenen, dünn besiedelten Gebiet unterwegs, um dort das Übergreifen der Flammen auf Häuser zu verhindern.

Hinweise auf Brandstiftung

Die Polizei führt das Feuer auf Brandstiftung zurück. Den Tätern drohe eine Anklage wegen Totschlags, hieß es. Noch wurde niemand festgenommen. Die Behörden setzten eine Belohnung in Höhe von 100.000 Dollar (79.033 Euro) zur Ergreifung der Brandstifter aus.

Flammeninferno

Die Feuersbrunst nahe Palm Springs, etwa 150 Kilometer östlich von Los Angeles, wurde durch trockene, heftige Winde weiter angefacht. In wenigen Stunden versengten die Flammen über 4.000 Hektar Land. "Es waren teuflische Winde", sagte Boss über die schnelle Ausbreitung des Feuers. Viele Tiere wurden von den Flammen überrascht. Fernsehbilder zeigten die verkohlten Überreste von Hasen und Vögeln auf einer Bergstraße, die nicht schnell genug entkommen konnten.

Wie auf Luftbildern zu sehen war, gingen zahlreiche Häuser in Flammen auf. Wegen dichten Rauches und der Unzugänglichkeit des hügeligen Terrains war aber das Ausmaß des Schadens zunächst nicht abzuschätzen.

Evakuierungen

700 Menschen hätten auf Anweisung der Polizei ihre Häuser verlassen, sagte der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Mehr als 700 Feuerwehrleute, 14 Löschflugzeuge und Hubschrauber seien im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Mehrere Hundert Menschen saßen am Donnerstagabend (Ortszeit) noch in einem Wohnmobilpark fest. Die Feuerwehr hielt es für zu riskant, mit den großen Wohnwagen über enge Straßen das bedrohte Waldgebiet zu verlassen. Stattdessen wurde mehr Löschpersonal zum Schutz der Siedlung eingesetzt. (APA/dpa)

  • Bereits im Juli war es
nördlich von Palm Springs zu Bränden gekommen.
    foto: reuter/gene blevins

    Bereits im Juli war es nördlich von Palm Springs zu Bränden gekommen.

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