Präsidentenwahl geht am Sonntag in die zweite Runde

31. Oktober 2006, 09:58
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Amtsinhaber Kabila gilt als Favorit der Stichwahl - 25 Millionen Stimmberechtigte

Kinshasa - Die Präsidentenwahl in der Demokratischen Republik Kongo geht am Sonntag in die zweite und letzte Runde. Im Stichentscheid haben die 25 Millionen Stimmberechtigten die Wahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Joseph Kabila und Ex-Rebellenchef Jean-Pierre Bemba. Sie waren beim ersten Durchgang Ende Juli als Erstplatzierte ins Ziel gegangen, hatten jedoch die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt.

Der 35-jährige Kabila gilt als Favorit, nachdem er im Sommer auf 45 Prozent der Stimmen gekommen war. Der 43 Jahre alte Bemba war auf 20 Prozent gekommen. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses war es im August zu Schießereien zwischen den Anhängern Kabilas und Bembas gekommen.

EU-Kontingent

Ein mehr als 2.000 Soldaten umfassendes EU-Kontingent soll die Wahlen im früheren Zaire absichern. Außerdem befinden sich mehr als 17.000 UNO-Blauhelme in dem Land, das so groß ist wie Westeuropa. Um eine Wiederholung der Gefechte vom August zu verhindern, bemühen sich Diplomaten unmittelbar vor der Stichwahl um vertrauensbildende Maßnahmen zwischen beiden Lagern.

Die Wahlen sollen einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg von 1998 bis 2003 ziehen, in dessen Verlauf etwa vier Millionen Menschen ums Leben kamen und in den sechs Länder verwickelt waren. Am ersten Durchgang der Wahlen beteiligten sich 70 Prozent der Wahlberechtigten. Die internationale Gemeinschaft unterstützte die Wahl im armen, aber rohstoffreichen Land mit mehr als 400 Millionen Dollar (318 Millionen Euro) und weit über 1.200 Beobachtern. (APA/Reuters)

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    Der 35-jährige Kabila gilt als Favorit. Die Stimmung zwischen seinen Anhängern und denen seines Konkurrenten Bemba ist höchst aufgeheizt.

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