Tessiner Arbeitsämter verschafften Jobs in der "Hanf-Branche"

29. Oktober 2006, 18:55
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Es wurde aber niemand dazu gezwungen

Lugano - Die Arbeitsvermittlungszentren in Tessin in der Schweiz haben über 50 Arbeitslosen Jobs in der "Hanf-Branche" verschafft. Die Behörden in dem lange Zeit als "Kiffer-Paradies" verschrienen Kanton gaben bei einer parlamentarischen Anfrage die Vermittlung zu, betonten aber, dass niemand gezwungen worden sei, eine Arbeit "im Hanfanbau oder Verkauf" anzunehmen, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur sda.

Anfang des Jahrtausends schossen in dem Kanton Hanfläden wie Schwammerl aus dem Boden. Allein ein Gemeinderat aus Mendrisio brachte zwischen 2001 und 2003 etwa 600 Kilo Drogenhanf auf den Markt. Er wurde im Frühjahr 2003 bei einer groß angelegten Razzia gemeinsam mit 129 anderen Verdächtigen verhaftet.

Das zuständige Gericht kritisierte die Behörden scharf: Der Staat habe dem Hanfgeschäft viel zu lange passiv zugeschaut und damit wesentlich zur Desorientierung in der Gesellschaft beigetragen. Die Tessiner Regierung schrieb nun in ihrer Antwort, dass sie sich lange für eine Liberalisierung des Hanfkonsums eingesetzt habe. Die Bekämpfung des Handels sei deshalb nicht zuoberst auf der Prioritätenliste gestanden. (APA)

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