Premier Villepin fordert "exemplarische" Strafen für Randalierer

31. Oktober 2006, 17:47
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Vorwurf fehlender Fortschritte in den Vorstädten zurückgewiesen

Cergy - Nach Brandanschlägen auf Busse und Fahrzeuge in mehreren Vorstädten von Paris hat Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin eine harte Bestrafung der Täter gefordert. "Wir werden in unserem Land keine rechtsfreien Zonen dulden", sagte Villepin am Donnnerstag in Cergy nordwestlich der Hauptstadt vor dem ersten Jahrestag des Beginns der landesweiten Vorstadt-Unruhen in Frankreich.

Für die Urheber der jüngsten Übergriffe müsse es "sofortige und exemplarische Strafen" geben. In der Nacht zum Donnerstag waren bei Paris unter anderem zwei mit Passagieren besetzte Linienbusse in Brand gesetzt worden. Am Freitag jährt sich der Beginn der landesweiten Vorstadt-Krawalle, die Paris im November 2005 zur Verhängung des Ausnahmezustands gezwungen hatten.

Premier wehrt sich gegen Vorwürfe

Villepin wies Vorwürfe zurück, seine Regierung habe im vergangenen Jahr zu wenig getan, um die soziale Lage für die Bewohner der Vorstädte zu verbessern. "Ich höre hier und da, dass nichts für die Vorstädte getan wurde, dass sich nichts geändert habe. Das kann ich nicht akzeptieren", sagte der Premierminister. "Natürlich werden nicht alle Probleme an einem Tag gelöst. Aber die Regierung hat ein gründliches Vorgehen eingeleitet, ein auf lange Sicht angelegtes Vorgehen, durch das wir die ersten Wirkungen sehen."

100 Millionen Euro

Villepin erinnert daran, dass hundert Millionen Euro nach der Krise für die Arbeit von sozialen Organisationen und Verbänden zur Verfügung gestellt wurden. Diese Summe werde auch im kommenden Jahr fortgeschrieben. Zudem habe sich der Staat verpflichtet, bis 2013 35 Milliarden Euro für die Stadtsanierung auszugeben, um die Lebensbedingungen in den Vorstädten zu verbessern. Und um gegen die dort herrschende hohe Jugendarbeitslosigkeit vorzugehen, sei unter anderem die Vermittlung durch die Arbeitsagenturen verstärkt worden. (APA/AFP)

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    Villepin weist Kritik zurück

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