Extreme Rechte aus Slowakei und Frankreich uneins über ihr Verhältnis

31. Oktober 2006, 18:09
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Slowakischer Nationalistenchef Slota bestreitet Beziehungen zu französischer Le Pen-Partei

Preßburg - Unterschiedliche Ansichten haben der Chef der mitregierenden Slowakischen Nationalpartei (SNS) Jan Slota und der französische Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen (Front National/FN) über den wechselseitigen Kontakt ihrer Gruppierungen. Die Aussage Slotas, seine SNS unterhalte keine Beziehungen zum Front National quittierte Le Pen gegenüber der Nachrichtenagentur SITA mit den Worten: "Ich würde Jan Slota für einen Opportunisten halten, sollte er sich sich von unseren herzlichen Beziehungen lossagen."

Le Pen in Slowakei eingeladen

Slota, der mit feindseligen Äußerungen etwa gegen die ungarische und die Roma-Minderheit aufgefallen ist, hatte Le Pen 1997 in die Slowakei eingeladen. Damals unterzeichneten beide eine Deklaration über die Zusammenarbeit der Parteien. Slota bezeichnete Le Pen damals als den "eigentlichen Anführer der nationalen Kräfte Europas, der nie die Ziele, die uns heilig sind, in Zweifel gezogen hat".

Regierungspartner

Die SNS ist seit Sommer Teil der von der linksgerichteten Partei Smer (Richtung - Soziale Demokratie) geführten slowakischen Regierungskoalition. Slota ist zwar formell nicht Regierungsmitglied, er gehört aber dem Koalitionsrat an, der in grundsätzlichen Richtungsentscheidungen das entscheidende Wort hat. Die Partei der Europäischen Sozialdemokraten (SPE) setzte die Mitgliedschaft der Smer wegen dem Bündnis mit den Nationalisten Mitte des Monats für zehn Monate aus. (APA)

  • Le Pen ungeliebt von seinen slowakischen Gesinnungsgenossen
    foto: epa/stephanie ville

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