Zwei Tote bei Geisterfahrerunfall auf der A7 in Linz

29. Oktober 2006, 19:00
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Frontal gegen Abschlepp-Fahrzeug des ARBÖ geprallt: Pannenfahrer konnte Krankenhaus verlassen - Koalitionsverhandler wollen über Thema reden

Linz - Der 26-jährige Pannenfahrer, der bei einem Geisterfahrerunfall mit zwei Toten am Donnerstag in Linz verletzt worden ist, wurde am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen. Nun könnte der Unfall ein Thema bei den Koalitionsverhandlungen werden. Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) reagierte am Freitag zustimmend auf einen diesbezüglichen Vorschlag des oberösterreichischen Verkehrsreferenten Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S).

Der Unfall hatte sich in den frühen Morgenstunden auf der Mühlkreisautobahn (A7) ereignet. Zwei junge Männer aus dem Mühlviertel waren falsch aufgefahren und rasten mit 135 km/h in Richtung Freistadt. Am Südende des Bindermichl-Tunnels endete die Geisterfahrt tragisch. Das Auto krachte frontal in einen Abschleppwagen des ARBÖ. Der Pkw-Lenker und sein Beifahrer starben noch an der Unfallstelle, der Pannenhelfer brach sich ein Handgelenk und erlitt Schürf- und Platzwunden.

Keine Ausweichchance

Dem 26-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend gut, aber er werde noch eine Weile brauchen um den dramatischen Unfallhergang verarbeiten zu können, berichtete der Geschäftsführer der ARBÖ-Landesorganisation Oberösterreich, Wolfgang Prammer, am Freitag in einer Presseaussendung. Der Unfall rufe in Erinnerung, wie gefährlich die Arbeit von Pannenfahrern sein könne, insbesondere auf Autobahnen. "Der Kollege hatte keine Chance, dem Geisterfahrer auszuweichen."

Geisterfahrerkrallen

Haider forderte in einer Aussendung am Freitag die Installation weiterer Geisterfahrerkrallen. "Ich bin sicher, dass dieses Thema auch in den Gesprächen zur Regierungsbildung behandelt wird und damit in Zukunft mehr Anlagen vom neuen Verkehrsminister rasch bewilligt werden", zeigte sich Haider, der auch Vorsitzender der SPÖ Oberösterreich ist und für seine Partei verhandelt, optimistisch.

In Koalitionsgespräche einbinden

Das Thema solle durchaus in den Koalitionsgesprächen diskutiert werden, reagierte Kukacka auf Haiders Forderung. Die flächendeckende Errichtung von Geisterfahrerkrallen sei aber wegen der hohen Fehlauslösungsquote und der hohen Betriebskosten "nicht der Weisheit letzter Schluss". Dennoch müsse jeder Geisterfahrerunfall Anlass sein, "erneut über alle möglichen Maßnahmen nachzudenken, wie solche Unfälle verhindert werden könnten", so Kukacka. (APA)

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