Südkorea bereitet Sanktionen gegen den Norden vor

31. Oktober 2006, 10:23
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Reisebeschränkungen und stärkere Kontrollen des Handels - Chirac plädiert für Verhandlungen

Seoul - Südkorea hat nach dem Atomwaffentest in Nordkorea erste konkrete Schritte zur Umsetzung der UNO-Sanktionsbeschlüsse gegen das Regime in Pjöngjang angekündigt. Dazu habe die Regierung entschieden, Vertretern Nordkoreas die Einreise zu verweigern, die mit dessen Atom- und Waffenprogrammen zu tun hätten, sagte Vereinigungsminister Lee Jong Seong am Donnerstag gegenüber einem Parlamentsausschuss in Seoul.

In Verbindung mit den betroffenen Personen sollten auch die Transaktionen und Zahlungen im innerkoreanischen Handel und bei Investitionen schärfer kontrolliert werden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Seoul wolle sich dabei an die Liste von "Personen und ihren Familien" halten, die das Sanktionskomitee des Weltsicherheitsrats für die Sanktionen gegen Nordkorea vorbereitet.

Nordkorea: Zusammebruch der Beziehungen

Die kommunistische Regierung im Norden hatte Südkorea am Mittwoch davor gewarnt, sich den internationalen Sanktionen anzuschließen. Dies könnte zu einem völligen Zusammenbruch der Beziehungen zwischen beiden koreanischen Staaten führen, hieß es in einer Erklärung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Chirac ruft zu Verhandlungen auf

Unterdessen forderten der chinesische Staatschef Hu Jintao und Frankreichs Präsident Jacques Chirac nach einem Treffen in Peking Nordkorea auf, die Sechs-Parteien-Gespräche wieder aufzunehmen. An den festgefahrenen Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm nehmen neben den beiden koreanischen Staaten China, Japan, Russland und die USA teil.

Die Ankündigung Südkoreas erfolgte einen Tag, nachdem Nordkorea der Regierung in Seoul mit Gegenmaßnahmen gedroht hatte, falls sie sich den internationalen Strafmaßnahmen gegen das Nachbarland anschließe. Dies würde als ernste Provokation aufgefasst, die zu einer "Kriegskrise" führen könnte, hieß es in einer Erklärung des für die innerkoreanischen Beziehungen zuständigen Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte nach dem nordkoreanischen Atomtest am 9. Oktober eine Reihe von Sanktionen gegen Pjöngjang beschlossen, darunter Reisebeschränkungen und ein Handelsembargo für Rüstungsgüter.(APA/AP/dpa)

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