NATO-Truppen töten rund 50 Taliban-Kämpfer, Zivilisten, Frauen und Kinder

26. Oktober 2006, 10:51
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Ortschaft Sangwardi wurde leut Augenzeugen fünf Stunden bombardiert

Kabul - Bei Gefechten in Südafghanistan haben NATO-Soldaten rund 50 Taliban-Kämpfer und mehrere Zivilisten getötet. Ein Sprecher der Militärallianz teilte am Mittwoch mit, bei drei verschiedenen Vorfällen seien am Dienstag 48 Aufständische getötet worden. Zudem lägen glaubhafte Berichte vor, denen zufolge auch mehrere Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, ums Leben gekommen seien.

Bewohner des Bezirks Panjwaji in der Provinz Kandahar berichteten von bis zu 60 Toten. Auch in anderen Teilen der Provinz sowie im nahe gelegenen Helmand sind in den vergangenen Tagen Zivilisten bei Angriffen ums Leben gekommen. Die Region gilt Taliban-Hochburg und als Zentrum des illegalen Opium-Handels. Die NATO führt die Afghanistan-Schutztruppe ISAF.

Ein Anwohner der Ortschaft Sangwardi berichtete von einem Bombardement, das rund fünf Stunden gedauert habe. Am Morgen hätten NATO-Truppen einige Verletzte abtransportiert. Ein Frau berichtete, rund 20 Mitglieder ihrer Familie seien unter den Trümmern ihrer Häuser begraben worden, als dieses durch das Bombardement einstürzten.

Das laufende Jahr ist das verlustreichste seit dem Einmarsch der US-geführten Truppen in Afghanistan. Mehr als 3000 Menschen wurden getötet, zumeist Aufständische. Aber auch Zivilisten und rund 150 ausländische Soldaten verloren ihr Leben. (APA/Reuters)

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