Handlungsbedarf bei Infrastruktur

15. November 2006, 12:14
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Zwei Drittel der Österreicher orten noch Verbesserungsmöglich­keiten in der Infrastruktur und im Ausbau des Öffentlichen Verkehrs

Wien - Zwei Drittel der Österreicher orten noch Verbesserungsmöglichkeiten in in der Infrastruktur und im Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Dies geht aus einer Umfrage des Linzer Market-Instituts im Auftrag des Verbands der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) hervor. Nach den Existenzfragen stünden damit zusätzliche staatlich Infrastrukturmaßnahmen für die Bevölkerung an der vorderster Stelle, sagte der VÖWG-Präsident und frühere SPÖ-Verkehrsminister Caspar Einem, am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Verkehr

Laut David Pfarrhofer vom Market-Institut sieht die Bevölkerung vor allem Land noch Verbesserungsmöglichkeiten im Verkehr. Dabei sind grundsätzlich 84 Prozent der rund 1.000 Befragten der Ansicht, dass der weitere Infrastrukturausbau Aufgabe des Staates ist. Nach der Forderung nach "mehr Privat, weniger Staat" in den vergangenen Jahren stehe damit nun wieder der Wunsch im Vordergrund, dass der Staat seine Aufgaben wahrnimmt, interpretierte Einem das Ergebnis.

Für gemeinsame öffentlich-private Infrastruktur-Kooperation (PPP) im Infrastrukturbau ortet er angesichts dessen wenig Unterstützung. Letztendlich könne der Staat den reine Streckenbau ohnehin billiger finanziert, sagte der Ex-Verkehrsminister.

Betrieb durch Private

Betrieben werden könnten Infrastrukturunternehmen wie Bahn, Bus oder Energieversorger dagegen nach dem mehrheitliche Tenor in der Umfrage auch durch private Firmen. 80 Prozent vertreten die Auffassung, dass die eigentliche Durchführung des Ausbaus und vor allem des Betriebs die Unternehmen und nicht der Staat übernehmen sollten. Ob die Unternehmen der öffentlichen Hand oder einem privaten Eigentümer gehören, ist den Leuten dabei laut Umfrage gleichgültig.

"Der Bevölkerung ist es egal, wer es macht. Hauptsache es funktioniert", sagte Einem. Eine Forderung nach mehr Privatisierung oder Liberalisierung lasse sich daraus nicht ableiten. Die Bevölkerung habe lediglich die Realität akzeptiert, dass mittlerweile nicht nur staatliche Unternehmen sondern auch Private Infrastrukturdienstleistungen wie Bus-Verbindungen anbieten, so Einem. (APA)

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