VSV demütigte KAC im Derby

26. Oktober 2006, 22:30
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Villacher präsentierten sich beim 8:1 in meisterlicher Form - Trainer Holst: "Ja nicht überheblich werden"

Wien - In dieser Form ist der Villacher SV Top-Kandidat auf den neuerlichen Titel in der Erste Bank Eishockey Liga. Der aktuelle Champion präsentierte sich am Dienstag in der 12. Runde in Meisterform und deklassierte im Kärntner Derby den KAC mit 8:1. Dank der Hilfe der Vienna Capitals, die Red Bulls Salzburg nach Penaltyschießen mit 4:3 besiegten, übernahm der Pasut VSV auch die Tabellenführung.

Durststrecke für den KAC

Seit beinahe 22 Monaten (3:1 am 30. Dezember 2004) ist der KAC im Kärntner-Derby nicht mehr als Sieger vom Eis gegangen. So schlimm wie am Dienstag vor 4.500 Zuschauern war es aber bei den vorangegangenen elf Niederlagen noch nie. Der VSV erzielte ein Tor schöner als das andere und konnte es sich leisten, Aktionen für die Galerie und nicht unbedingt auf den Endzweck zu zeigen.

"Wir hatten einen Sterntag, der KAC einen rabenschwarzen Tag. Aber wir dürfen ja nicht überheblich werden. Derzeit läuft alles, aber wir haben auch schon andere Stunden erlebt", sagte VSV-Trainer Greg Holst, der vor allem den Siegeswillen als spielentscheidend ausmachte.

"Nicht das wahre Kräfteverhältnis"

Verteidiger Mike Stewart wollte den Klassenunterschied an diesem Tag ebenfalls nicht generalisieren. "Das 8:1 war vom Spielverlauf her gerecht, aber es ist nicht das wahre Kräfteverhältnis. Der KAC war diesmal nicht der echte KAC, für ihn ist von Anfang an nichts gelaufen."

"Maßlos enttäuscht" war Manny Viveiros. Der 40-Jährige hatte vor´zwei Wochen die Nachfolge von Kevin Primeau als Trainer des Rekordmeisters übernommen und den KAC mit drei Siegen vom Tabellen-Ende weggeführt. Nun erlebte er einen bitteren Rückschlag. "Die Spieler haben alles vergessen, was ich ihnen aufgetragen habe", sagte Viveiros.

Boni fordert Steigerung von zweiter Linie

Dank Wiener Schützenhilfe steht damit der VSV an der Tabellenspitze. Die Capitals fügten den Salzburgern durch den entscheidenden Penalty-Treffer von Craig deren vierte Auswärtsniederlage in Folge (drei allerdings nach Verlängerung oder Penaltys) zu. "Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Die Mannschaft hat immer gekämpft, auch wenn sie im Rückstand gelegen ist. Ich freue mich vor allem für Oliver Setzinger und hoffe, dass er jetzt mehr Punkte macht. Überhaupt muss sich die zweite Linie noch steigern, erklärte Caps-Trainer Jim Boni.

Caps-Goalie in Form

Bedanken durfte er sich nicht zuletzt bei Torhüter Scott Fankhouser, die in wichtigen Momenten die Wiener im Spiel hielt. Nun geht es gegen den angeschlagenen KAC. Boni warnt: "Es wird nun noch härter, weil der KAC eine Mannschaft mit viel Herz ist und nach dem Debakel gegen Villach sicher noch mehr kämpfen wird."

Red Bull auswärts schwach

Dass die Red Bulls auswärts keine Höhenflüge haben, führt Stürmer Dieter Kalt darauf zurück, dass "wir auswärts einfach zu viele Strafen kassieren. Dennoch waren wir die bessere Mannschaft. Mit dem Punkt können wir ganz zufrieden sein." Noch nicht im Einsatz war Teamtorhüter Reinhard Divis, der noch ein Spiel Sperre absitzen muss. "Ich bin natürlich schon heiß auf meinen ersten Einsatz", sagte er. An seinem Vertreter Bernhard Bock ist es allerdings nicht gelegen, dass Salzburg von der Spitze stürzte.

Erste Heimniederlage für Innsbruck

An Boden hat auch HC TWK Innsbruck eingebüßt. Die Tiroler unterlagen HK Jesenice mit 0:3 und bezogen die erste Heimniederlage. Schlusslicht EHC Liwest Linz feierte mit einem 6:4 bei den Graz 99ers nach vier Niederlagen in Serie endlich wieder einen Sieg. (APA)

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