Exklusiv-Verhandlungen um trans-o-flex

31. Oktober 2006, 18:44
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Österreichische Post will deutsches Logistikunternehmen übernehmen - Kaufpreis vermutlich unter kolportierten 400 Millionen Euro

Wien - Die börsenotierte Österreichische Post AG will das deutsche Logistikunternehmen trans-o-flex übernehmen. Wie die Post am Mittwoch mitteilte, hat das Unternehmen nun mit den bisherigen trans-o-flex-Eigentümern, den privaten Beteiligungsgesellschaften Odewald & Compagnie und der Alpha Gruppe, Exklusivverhandlungen zur Übernahme aufgenommen. Wie viel Prozent die Österreichische Post übernehmen will, steht noch nicht fest.

Post-Generaldirektor Anton Wais hatte vergangene Woche erklärt, dass nur eine Übernahme von mindestens 51 Prozent in Frage komme. Angestrebt werde aber eine Komplettübernahme. Eine solche Komplettübernahme würde laut damaligen Aussagen von Wais weniger als die bisher kolportierten 400 bis 500 Mio. Euro kosten. Auf einen genauen Kaufpreis wollte er sich aber nicht festlegen - auch nicht darauf, wann die Transaktion abgeschlossen sein soll. Spätestens für 2007 hat der Post-Chef aber eine endgültige Entscheidung angekündigt.

trans-o-flex bereits Kooperationspartner

Die trans-o-flex mit Sitz in Weinheim/Deutschland betreibt ein deutschlandweites Speziallogistiknetz von 39 Distributionsgesellschaften zur Beförderung von Geschäfts-Paketen und Paletten (Kombifracht). Im Jahr 2005 transportierte das Unternehmen rund 49 Mio. Sendungen und erwirtschaftete mit ca. 890 Mitarbeitern rund 460 Mio. Euro Umsatz. Für die Abwicklung des internationalen Frachtverkehrs kooperiert trans-o-flex mit dem im Aufbau befindliche europaweit tätigen Logistiknetzwerk EURODIS, einem Verbund europäischer Logistikunternehmen.

trans-o-flex hätte im Vorjahr von der Deutschen Post übernommen werden sollen. Nachdem dieser Versuch am Einspruch des deutschen Bundesgerichtshofes wegen Wettbewerbsbedenken scheiterte, hatte die Deutsche Post im Dezember 2005 ihren 24,8-prozentigen Anteil an die Berliner Beteiligungsgesellschaft Odewald & Compagnie verkauft. Diese übernahm neben den Post-Anteilen auch die übrigen 75,2 Prozent von der BayernFinanz Gesellschaft für Finanzmanagement und Beteiligungen mbH. Kaufpreis wurde damals keiner genannt.

Bestehende Kooperation

Nahezu zeitgleich gab die Österreichische Post bekannt, mit trans-o-flex bei der Zustellung von Geschäftssendungen in Österreich und Osteuropa zu kooperieren. Im Gegenzug übernahm tran-o-flex, die Beförderung und Zustellung der Post-Sendungen in Deutschland. "Diese Kooperation ist für uns ein wichtiger Schritt zum Aufbau eines neuen Geschäftsmodells in Richtung Speziallogistik. Zusätzlich können wir mit unserem Partner trans-o-flex die Marktpositionen unserer Tochterfirmen in Südosteuropa stärken und ausbauen", so Post-Chef Anton Wais im Vorjahr. (APA)

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    Die Post kooperiert mit trans-o-flex bereits bei der Zustellung von Geschäftssendungen in Österreich und Osteuropa.

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