In Gaza verschleppter spanischer Fotoreporter wieder frei

29. Oktober 2006, 18:03
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37-Jähriger blieb unversehrt

Der von bewaffneten Palästinensern im Gaza-Streifen entführte spanische Fotograf Emilio Morenatti ist wieder frei. Der Verschleppte sei wohlauf, sagten Palästinenservertreter am Mittwoch in Gaza. Der 37-Jährige war rund 15 Stunden in der Hand seiner Entführer gewesen.

Der für die Nachrichtenagentur AP tätige Fotograf war Dienstag früh verschleppt worden. Vier unbekannte Männer hatten in Gaza vor der Tür des Gebäudes, in dem er übernachtet hatte, auf den Spanier gewartet. Sie zwangen Morenatti, in ein Auto zu steigen.

Am Dienstagabend wurde der Fotoreporter von Fatah-Funktionären zum Büro des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas in Gaza gebracht. Er sei müde, aber unversehrt, sagte Morenatti. "Es gab beängstigende Augenblicke." Die meiste Zeit seien ihm die Augen verbunden gewesen. Die Entführer hätten nur Arabisch gesprochen, sodass er sich nicht mit ihnen habe verständigen können. "Niemand hat mir etwas erklärt, es war sehr verwirrend."

Ein erster Verdächtiger festgenommen

Die Entführung war sowohl von der Regierung der fundamentalistischen Hamas-Bewegung, als auch von der rivalisierenden Fatah verurteilt worden. Regierungsbeamte gaben an, für die Tat seien Kriminelle verantwortlich. Forderungen für die Freilassung des Fotografen wurden aber nicht gestellt. Ministerpräsident Ismail Haniyeh teilte mit, die Täter seien bekannt, und die Fahndung sei eingeleitet. Ein erster Verdächtiger wurde festgenommen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

Associated Press sei sehr erleichtert, dass Morenatti wieder frei sei, sagte AP-Präsident Tom Curley in New York. "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Journalisten wie Emilio in der Lage sind, in Konfliktgebieten frei zu berichten." Oberste Priorität habe aber die Sicherheit der Reporter.

Morenatti ist seit April 2005 in Jerusalem für die Nachrichtenagentur tätig. Davor war er ein Jahr lang für AP in Afghanistan im Einsatz. Im Sommer dieses Jahres berichtete der aus Jerez stammende Spanier unter anderem über die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sowie über den Libanon-Krieg.(APA/dpa/AP/Reuters)

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