AMD & ATI: Nach Unternehmensfusion kommt Fusion-Chip

1. Jänner 2007, 13:01
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Kombinierter Multifunktions-Prozessor Ende 2008 fertig

Der Halbleiterhersteller AMD hat am Mittwoch angekündigt Ende 2008 eine neue Klasse an Multifunktions-Prozessoren auf den Markt bringen zu wollen, in denen neben der Hauptrecheneinheit (CPU) auch der Grafikprozessor (GPU) integriert ist. Dies sind die ersten Früchte aus der Übernahme ATIs. AMD gab zugleich bekannt, dass die 5,4 Mrd-Dollar-Akquisition des Grafikspezialisten nun abgeschlossen sei. "Die Entwicklung solcher integrierter Lösungen ist ein logischer Schritt. Wir werden nun Synergien aus den Wissenswelten der beiden Unternehmen bilden", sagt ATI-Eropa-Chef Peter Edinger im Gespräch mit pressetext.

"Die wird es weiterhin geben, denn beispielsweise Gamer erwarten höchste Performance"

CPU und GPU arbeiten bislang getrennt. Aus Sicht von AMD ändert sich der Markt allerdings rapide. Erstens wegen steigender Nachfrage aus Schwellenländern, wo der Preis zählt und weniger Chips einen Rechner billiger machen können, zum anderen wegen des Trends zu portablen Rechnern. Die kombinierten Chips werden es ermöglichen, kompaktere und energiesparendere Geräte zu bauen. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende der Grafikkarte, hält Edinger fest. "Die wird es weiterhin geben, denn beispielsweise Gamer erwarten höchste Performance, wie sie nur von Grafikkarten geliefert werden können. Daher werden wir unter dem ATI-Brand auch weiterhin hochwertige Grafikkarten auf den Markt bringen", so Edinger.

"On Board"

Das Haupteinsatzgebiet der neuen Chipklasse werden Desktop-Computer, Notebooks und ultraportable Business-Geräte sein, die auch heute über keine Grafikkarte verfügen. Bei diesen Geräten ist der Graphikchip "On Board" auf dem Motherboard integriert. AMD plant nun unter den Codenamen "Fusion" einen x86-Prozessor mit integriertem GPU. "Bei Fusion treiben wir die Vorwärtsintegration voran. Der Zeitplan sieht vor, dass wir Ende 2008 die ersten Produkte präsentieren werden", meint Gerhard Zehethofer, Europa-Vertriebschef OEM bei AMD, gegenüber pressetext.

"Es geht viel mehr darum, wie viel diese leistet und was sie kostet."

Phil Hester, CTO bei AMD, begründet die Fusion-Pläne damit, dass das einfache Hinzufügen von weiteren CPU-Kernen zu der aktuellen Prozessorarchitektur nicht mehr ausreichen wird für die künftigen vielschichtigen Aufgaben, die Computer zu erledigen haben. Außerdem fordere aktuelle Software - etwa Microsofts kommendes Windows Vista - immer leistungsfähigere Grafik. "Es geht nicht darum, ob ein Gerät grafikfähig ist", erklärte Hester. "Es geht viel mehr darum, wie viel diese leistet und was sie kostet."

"Bei 299 Euro für einen Rechner muss man sich fragen wohin es noch gehen soll.

"Der Endkundenkontakt mit den integrierten Produkten wird anfänglich in den preissensitiven und mobilen Märkten vonstatten gehen", führt Jochen Polster, Geschäftsführer AMD-Deutschland, auf Nachfrage von pressetext aus. Ein kombinierter Chip könne relativ einfach und günstig die nötige Grafikrechenleistung für Standard-PCs liefern. Zudem würden die Geräte günstiger werden, wobei die pressetext-Gesprächspartner keine konkreten Aussagen über Preise machen wollten. "Bei 299 Euro für einen Rechner muss man sich fragen wohin es noch gehen soll. Die Margen sind bei dem aktuellen Preiskampf schon jetzt verschwindend gering. Mit der günstigeren Produktion der Fusion-Chips könnte jedoch zumindest die Spanne für die Händler größer werden", so Edinger.(pte)

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